Rentner auf einer Bank (Foto: dpa/picture alliance/Stephan Scheuer)

Mehr Rente ab 2020

mit Informationen von Karin Mayer und dpa   13.11.2019 | 14:55 Uhr

Die Rentner können im kommenden Jahr auf deutlich steigende Bezüge hoffen. Die Deutsche Rentenversicherung bestätigte am Mittwoch entsprechende Annahmen. Der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung kann voraussichtlich bis 2025 stabil bleiben.

Im Westen dürften die Renten nach jetzigen Planungsgrößen am 1. Juli 2020 um rund drei Prozent steigen und in Ostdeutschland noch einmal um rund 0,7 bis 0,8 Punkte stärker, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung, Alexander Gunkel. "Das ist durchaus wahrscheinlich", sagte Gunkel.

Zugleich mahnte er zur Vorsicht: Die Steigerung könne angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten auch geringer ausfallen. Endgültige Klarheit gebe es erst im Frühjahr. Am Montag war ein Entwurf für den Rentenversicherungsbericht 2019 bekannt geworden, nach dem die Renten zum 1. Juli 2020 in Westdeutschland um 3,15 Prozent und in Ostdeutschland um 3,92 Prozent steigen dürften.

Rentenbeitrag bleibt stabil

Aus der aktuellen Rentenprojektion der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) geht zudem hervor, dass der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung voraussichtlich bis 2025 stabil bleibt. Grund ist die gute Finanzsituation der Rentenversicherung. Die Nachhaltigkeitsrücklage ist auf 38,3 Milliarden Euro oder 1,79 Monatsausgaben gestiegen. Hauptgrund dafür ist die seit zehn Jahren positive Arbeitsmarktentwicklung. Die Beitragseinnahmen sind in dieser Zeit stetig gestiegen. 2018 wurden 235,9 Milliarden Euro Rentenbeiträge gezahlt. Laut Prognose wird die Rücklage in den nächsten Jahren aber sinken.

Grundrente aus Steuermitteln finanzieren

Mit Blick auf die von der Bundesregierung beschlossene Grundrente mahnte Gunkel, unbedingt an der vorgesehenen Finanzierung aus Steuermitteln festzuhalten. Die Beitragszahler dürften nicht mit einer weiteren Zusatzleistung belastet werden. Bereits die Mütterrente und die Rente mit 63 seien entgegen de Forderung der DRV aus Beitragsmitteln finanziert worden. Das schade der Akzeptanz des Rentensystems. 

Herausforderung: Einführung der Grundrente

Für die Deutsche Rentenversicherung ist die Grundrente, die 2021 eingeführt werden soll, eine große Herausforderung. DRV-Präsidentin Gundula Roßbach betonte, es müsse der Anspruch von 21 Millionen Rentnerinnen und Rentnern geprüft werden. Deshalb müsse der Datenabgleich und die Prüfung weitestgehend automatisiert werden. Ohne automatischen Datenaustausch benötige die Rentenversicherung tausende zusätzliche Mitarbeiter. 

Einkommensprüfung

Die Einkommensprüfung ist eine neue Aufgabe für die Rentenversicherung, für die auch Daten zum Familienstand und der Rente des Ehepartners gebraucht würden. Problematisch ist aus Sicht der Rentenversicherung auch, dass die Finanzverwaltung die Informationen zu steuerpflichtigen Einkommen nur mit einer zeitlichen Verzögerung liefern kann. Die Rentenversicherung hat bisher angekündigt, dass die Einführung der Grundrente zwei Jahre Vorlauf braucht.

Rentenpolitische Bilanz der GroKo positiv

Die Alternierende Vorsitzende des Bundesvorstandes der Deutschen Rentenversicherung, Annelie Buntenbach, hat eine positive Bilanz der Rentenpolitik der Bundesregierung gezogen. Die GroKo habe den Großteil des Koalitionsprogramms zur Rentenpolitik abgearbeitet. Dazu gehören längere Zurechnungszeiten zur Erwerbsminderungsrente, die Haltelinie für den Beitragssatz bei 20 Prozent, die Mütterrente II und die Entlastung von Geringverdienern bei den Rentenbeiträgen.

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