Corona-Maßnahmen in der Gastronomie (Foto: dpa/EUROPA PRESS | Eduardo Sanz)

Rehlinger vertröstet Gastronomen mit neuer Rechtsverordnung

Diana Kühner-Mert   21.09.2021 | 16:12 Uhr

Erst in einer Woche will die saarländische Landesregierung eine neue Corona-Rechtsverordnung beschließen. Die Gastronomen im Saarland warten schon länger auf Veränderung und fordern deutliche Erleichterungen bei den Corona-Regeln in Restaurants und Co.

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga wirft den politisch Verantwortlichen im Saarland Untätigkeit und mangelnde Kommunikation vor. Die Gastronomen hatten zuletzt also scharf gegen die Landesregierung ausgeteilt.

Gastronomen erwarten Angleichung der Corona-Rechtsverordnung
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 21.09.2021, Länge: 02:34 Min.]
Gastronomen erwarten Angleichung der Corona-Rechtsverordnung

Der Dehoga beklagte eine „Wagenburgmentalität“ der politisch Verantwortlichen. Überall in Deutschland gebe es Erleichterungen für Gastronomen. Nur das Saarland, wo die Impfquote im bundesweiten Vergleich sogar besonders hoch sei, wehre sich „beständig gegen jeden Fortschritt“.

Virologe Jürgen Rissland zu Unterschieden zwischen Schulen und Gastronomie
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 21.09.2021, Länge: 02:23 Min.]
Virologe Jürgen Rissland zu Unterschieden zwischen Schulen und Gastronomie

Rehlinger weist Kritik zurück

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD), weist die Kritik zurück: Es gehe nicht um Schnelligkeit, sondern darum, etwas Vernünftiges auszuarbeiten. Man sei dabei, die Rechtsverordnung zu überarbeiten, sie einfacher, verständlicher und anwendbar zu machen.

Am kommenden Dienstag werde das Kabinett Änderungen beschließen, am 1. Oktober könnten sie in Kraft treten. Damit bewege sich die Landesregierung im üblichen Rhythmus der Rechtsverordnungen, die in der Regel 14 Tage lang gelten.

„Wirtschaftliches Arbeiten muss möglich sein“

Rehlinger gab auch einen Hinweis, in welche Richtung die künftige Verordnung gehen könnte. Sie strebe eine Lösung an, die ein wirtschaftliches Handeln wieder möglich mache. Mit Regelungen, die beispielsweise nur die halbe Belegung in Restaurants oder Kinosälen zuließen, sei das nicht machbar. „Mit Blick auf die jetzigen Zahlen ist das vertretbar“, so Rehlinger. Änderungen beim Abstandsgebot sind also denkbar.  

Ob die Regierung ein allgemeingültiges 2G- oder 3G-Modell ins Auge fasse, ließ Rehlinger offen. Zwar gebe es in anderen Bundesländern tatsächlich schon jetzt andere Regelungen als im Saarland. Doch sie sei überzeugt: nicht alle würden den Dehoga „froh machen“.

Mit Blick auf das Lockerungs-Modell in Rheinland-Pfalz etwa sagte die Ministerin, im Saarland wolle man es einfacher gestalten. Im Nachbar-Bundesland werden Lockerungen in der Gastronomie an ein Warnsystem geknüpft.

Wirtschaft legt Forderungskatalog vor

Der Dehoga jedenfalls hat sehr konkrete Vorstellungen davon, was jetzt kommen muss: Er verlangt, das Abstandsgebot von 1,50 Meter in eine Empfehlung umzuändern. Die Maskenpflicht in Innenräumen müsse fallen - auch für das Personal von Gastronomie- und Beherbungsbetrieben, sofern es vollständig geimpft, genesen oder negativ getestet ist.

Ein einfaches Modell, das praktikabel ist und wirtschaftliches Handeln wieder möglich macht: Darauf warten die Gastronomen seit Monaten. Nun muss die Landesregierung liefern.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Sendung "Region am Nachmittag" am 21.09.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja