Rauchende Türme eines Kraftwerks (Foto: Pixabay/ulleo)

Rehlinger kritisiert EU-Pläne zu nachhaltiger Atomkraft

  03.01.2022 | 15:59 Uhr

Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger hält eine Einstufung von Atomenergie als nachhaltig für nicht nachvollziehbar. In Gasenergie sieht sie hingegen eine mögliche Brückentechnologie. Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, sowohl Atom- als auch Gasenergie unter bestimmten Umständen als nachhaltig einzustufen.

Die saarländische Wirtschafts- und Energieministerin Anke Rehlinger hält die von der EU vorgeschlagene Einstufung von Atomenergie als nachhaltig für problematisch. Ungeklärt sei vor allem die Endlagerproblematik. Atomenergie sei zudem viel zu teuer, wenn alle Kosten einberechnet würden, sagte die SPD-Politikerin.

Gas als Brückenenergie

In der Stromgewinnung aus Gas sieht sie hingegen eine mögliche Brückentechnologie, bis ausreichend Strom aus erneuerbaren Energien zur Verfügung stehe. Auch Gas sei zwar keine saubere Energie, aber besser als Kohle, sagte Rehlinger.

"Der langfristig sicherste Weg zu bezahlbarem und klimafreundlichen Strom ist der massive Ausbau der Erneuerbaren Energien, den müssen wir so energisch wie möglich vorantreiben. Gas werden wir, weil wir aus Atom und Kohle aussteigen, aber in der Zwischenzeit noch brauchen", betonte die Wirtschaftsministerin.

Kritik an EU-Vorschlag

Die EU-Kommission hatte in der Neujahrsnacht an die 27 Mitgliedsstaten einen Vorschlag geschickt. Dieser sieht vor, sowohl den Bau neuer Atomkraftwerke als auch neuer Gasinfrastruktur unter bestimmten Umständen als klimafreundlich einzustufen.

Der Vorschlag sorgt für Diskussionen. Deutschland lehne die EU-Pläne zur Atomkraft ausdrücklich ab, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit. Man halte Atomtechnologie weiterhin für gefährlich und die Entsorgungsproblematik weiterhin für ungeklärt.

Der Vorschlag der Kommission in Bezug auf Gaskraftwerke sei allerdings im Einklang mit der Position der Bundesregierung. Die Bundesregierung will die Vorschläge nun intensiv prüfen und dann zu einer abgestimmten Haltung kommen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 03.01.2022 berichtet.

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