Fahrgäste warten an einer Haltestelle (Foto: imago images / Frank Sorge)

So soll die ÖPNV-Reform im Saarland aussehen

Florian Mayer / Onlinefassung: Kai Forst   03.12.2019 | 18:51 Uhr

Der ÖPNV im Saarland: ein Thema, das die Gemüter erhitzt. Oft sind die Verbindungen schlecht, Busse fallen aus oder fahren zu selten. Ein neuer Verkehrsentwicklungsplan soll das ändern. Erste Ergebnisse wurden am Dienstag präsentiert.

Der Kosten-Nutzen-Faktor ist das entscheidende Maß in dem Gutachten, das Verkehrsministerin Rehlinger am Dienstag präsentierte. So kommt die Analyse etwa zu dem Ergebnis, dass sich eine Bahnverbindung zwischen Saarlouis und Schmelz besonders lohnen würde. Oder auch zwischen Saarbrücken und Großrosseln.

Video [aktueller bericht, 03.12.2019, Länge: 3:00 Min.]
Aktueller Stand im Verkehrsentwicklungsplan

"S-Bahn Saarland“ und Express-Busse

Ganz konkret werde ab 2025 auch die Strecke zwischen Homburg und Zweibrücken wieder in Betrieb genommen, kündigte Rehlinger an. Insgesamt zielt das Papier beim Schienenverkehr auf eine saarlandweite „S-Bahn Saarland“, mit mehr Haltstellen und einer besseren Taktung. Beim Busverkehr schlägt das Gutachten einen Bus im 60-Minutentakt vor, der alle wichtigen Zentren anfährt. Außerdem sollen Express-Busse, die nicht überall halten, schneller sein als ein Auto auf der gleichen Strecke.

Video [aktueller bericht, 03.12.2019, Länge: 3:59 Min.]
Interview mit Erhard Pitzius zum Verkehrsentwicklungsplan

"Noch viel Zukunftsmusik"

Gesamtkostenpunkt für alle Vorschläge: rund 340 Millionen Euro. Von den Plänen, wie der ÖPNV im Saarland aussehen könnte, sei "zugegebener Maßen viel Zukunftsmusik". "Aber ohne Musik werden wir an der Stelle keinen Schritt vorankommen", sagte Rehlinger. Sie sei sicher, dass der Bund bald die Mittel für den ÖPNV aufstocken werde. Dann müsse man fertige Pläne in der Hand haben, um das Geld schnell abrufen und mit der Umsetzung beginnen zu können.

Das Gutachten dient jetzt als Grundlage für weitere Diskussionen und Beratungen, bevor im Frühjahr 2020 der Verkehrsentwicklungsplan endgültig beschlossen werden soll. Rehlinger fügte hinzu, eine wichtige Voraussetzung zum Gelingen sei mit der für 2021 angekündigten Tarifreform bereits geschaffen. Ein Abomodell, das für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr im Saarland gelten und wesentlich günstiger sein soll, als das bisherige Wabenmodell.

Über dieses Thema hat der aktuelle bericht am 03.12.2019 berichtet.

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