Förderturm auf der Grube Luisenthal (Foto: SR/Nadine Thielen)

Rehlinger will von Kanzlerin Kohle-Hilfe

Uli Hauck   17.01.2019 | 16:06 Uhr

Das Saarland könnte beim geplanten Ausstieg aus der Kohleverstromung finanziell leer ausgehen. Um das noch zu verhindern, erhöht Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) den Druck auf die Bundesregierung.

Anke Rehlinger: Brief zum Kohleausstieg
Audio [SR.de, (c) SR, 17.01.2019, Länge: 00:50 Min.]
Anke Rehlinger: Brief zum Kohleausstieg

Die Zeit drängt, denn bereits am 25. Januar könnte die zuständige Strukturkommission abschließend über eine milliardenschwere Unterstützung für die Braunkohlegebiete in Ostdeutschland und Nordrhein-Westfalen beraten. Schon jetzt ist klar, dass die Bundesregierung den betroffenen Ländern 150 Millionen Euro Soforthilfe versprochen hat. Für das Saarland, das wegen der Steinkohle-Kraftwerke ebenfalls Mitglied der Strukturkommission ist, sind dagegen bislang keine Hilfen geplant.

Wegfall von 600 Jobs befürchtet

Zu einem Spitzentreffen bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) waren diese Woche nur die Braunkohle-Länder geladen. In einem Brief, der dem SR vorliegt, appelliert Wirtschaftsministerin Rehlinger jetzt an die Kanzlerin und an mehrere Bundesminister, beim Ausstieg aus der Kohleverstromung auch das Saarland zu berücksichtigen. Mittelfristig befürchtet das Ministerium, dass beim kompletten Ausstieg aus der Steinkohleverstromung jährlich bis zu 300 Millionen Euro regionale Wertschöpfung und 600 Jobs wegfallen. Außerdem könnte die Fernwärmeversorgung im Saarland gefährdet sein.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 17.01.2019 berichtet.

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