Das saarländische Wirtschaftsministerium (Foto: imago images/Becker&Bredel)

10.000 Anträge auf Soforthilfe

  06.04.2020 | 15:22 Uhr

Im Saarland haben bislang rund 10.000 Kleinunternehmer und Solo-Selbständige Soforthilfe des Landes beantragt. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wurden davon bislang etwa 3500 bewilligt.

Um die Flut der Anträge zu prüfen, würden seit dem vergangenen Wochenende bis zu 60 Mitarbeiter des Ministeriums eingesetzt. Durch die Bewilligung von zurzeit rund 3500 Soforthilfe-Anträgen seien damit rund 15 Millionen Euro ausgezahlt worden oder auf dem Weg zum Antragsteller.

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) betonte, die Regierung könne mit der Soforthilfe nicht ausgleichen, was an Umsätzen verloren gehe. Sie könne aber eine kleine finanzielle Brücke für diejenigen bauen, die in existenzieller Not seien.

Reaktionen von HWK und IHK

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Arnd Klein-Zirbes, sagte, die schnelle Hilfe zeige, dass Politik handlungsfähig sei. Viele Kleinunternehmer und Solo-Selbständige seien dringend auf den Zuschuss des Landes angewiesen. Jetzt müssten laufende Kosten wie Gewerbemieten, Leasing- und Personalkosten beglichen werden. Viele Unternehmen hättern
aber schon seit Mitte März keine oder kaum noch Einnahmen.

Auch die Industrie-und Handelskammer zeigte sich erfreut über die schnelle Hilfe des Landes. IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen sagte, der einzige Wermutstropfen sei, dass die Landeshilfen mit denen des Bundes verrechnet würden. Das bedeute, dass Unternehmer in Existenznot nicht sowohl die Zuschüsse vom Land als auch vom Bund in Anspruch nehmen könnten. Dies sei in anderen Bundesländern möglich.

Hilfe-Antrag auch beim Bund möglich

Seit dem 1. April können Kleinunternehmer mit bis zu zehn Mitarbeitern außerdem einen Antrag auf Soforthilfe der Bundesregierung stellen. Hier sind den Angaben zufolge bislang noch einmal 5000 Anträge eingegangen.

Unterdessen bereitet das saarländische Wirtschaftsministerium nach eigenen Angaben Hilfen auch für mittelständische Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern vor. Ministerin Rehlinger sagte, in enger Absprache mit der Bundesregierung solle geklärt werden, wie Lücken in der Unterstützung von Bund und Ländern ausgefüllt werden könnten. Die konkrete Umsetzung werde dann in der Landesregierung besprochen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 06.04.2020 berichtet.

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