Monika Bachmann hält Regierungsansprache vor dem Landtag des Saarlandes (Foto: SR)

Gesundheitsministerin stellt Sofortmaßnahmen vor

  11.03.2020 | 18:04 Uhr

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hat die Landesregierung mehrere Maßnahmen getroffen. Großveranstaltungen und landeseigene Veranstaltungen und planbare OPs wurden abgesagt. Auch der Semesterbeginn an den Hochschulen wurde verschoben.

Vor dem Hintergrund der steigenden Covid-19-Infiziertenzahlen hat die Landesregierung mehrere Maßnahmen getroffen. Gesundheitsministerin Monika Bachmann hat sie am Mittwoch in einer Regierungserklärung vorgestellt und erläutert. So sind Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern bis auf Weiteres untersagt. Zudem müssen Klassenfahrten in Risikogebiete abgesagt werden. Generell sollten alle geplanten Klassenfahrten in den kommenden Wochen auf den Prüfstand. Bei Absagen hat sich das Land bereit erklärt, möglicherweise anfallende Stornierungskosten zu übernehmen.

Video [aktueller bericht, 11.03.2020, Länge: 3:55 Min.]
Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) zur Corona-Entwicklung

Krankenhäuser sollen planbare OPs verschieben

Auch die Gesundheitsversorgung wird möglicherweise angepasst: "Wir denken darüber nach, bei einer weiteren Dynamik der Lage ärztliche Schwerpunktpraxen einzurichten", sagte Bachmann im Rahmen ihrer Regierungserklärung im Landtag. Zudem könnte es dezentrale und mobile Teststationen geben. Ähnliches soll auch für Apotheken überlegt werden.

"Bei den Krankenhäusern erfolgte eine Abfrage der Beatmungsplätze: Insgesamt stehen 549 Kapazitäten zur Verfügung", sagte Bachmann. "Wir haben die Krankenhäuser aufgefordert, planbare Operationen zu verschieben, um Kapazitäten in den nächsten acht Wochen bereitzuhalten." Zudem würden Kapazitäten für ein zentrales Quarantänezentrum vorgehalten.

Landeseigene Veranstaltungen auf dem Prüfstand

Bei landeseigenen Veranstaltungen werde derzeit genau geprüft, welche davon zur Aufrechterhaltung der Regierungsarbeit notwendig seien. Nicht zwingend notwendige Veranstaltungen würden abgesagt, zudem Dienstreisen auf ein absolutes Mindestmaß reduziert. Zudem sollen in öffentlichen Gebäuden zusätzliche Hygienemaßnahmen ergriffen werden.

Verkürzung der Vorlesungszeit

Außerdem haben die Universität und die HTW beschlossen, die Vorlesungszeit im kommenden Sommersemster um vier Wochen nach hinten zu verschieben. Darüber hinaus ist das Bildungsministerium beauftragt, eine Regelung für den Schulbesuch von Schülern mit Wohnsitz in Risikogebieten zu erarbeiten. Auch für Kindertageseinrichtungen sollen gemeinsam mit den Trägern entsprechende Regelungen getroffen werden.


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Über dieses Thema berichtete das SR Fernsehen in einer Sondersendung am 11.03.2020.

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