Studenten sitzen mit Maske in einem Hörsaal einer Universität. (Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

Längere Regelstudienzeit im Saarland

  12.01.2021 | 14:51 Uhr

Die Regelstudienzeit im Saarland soll coronabedingt verlängert werden. Darauf haben sich die Koalitionsfraktionen CDU und SPD verständigt.

Studierende, die wegen der Pandemie ihre Regelstudienzeit überziehen, sollen nicht automatisch exmatrikuliert werden, teilten die CDU- und SPD-Landtagsfraktionen in einer gemeinsamen Pressemitteilung am Dienstag mit. Mit der längeren Regelstudienzeit erhalten Studierende auch länger BAföG. Ende Dezember hatten bereits die saarländischen Grünen wegen der Corona-Pandemie ein sogenanntes Solidarsemester für Studierende gefordert.

Regelstudienzeit wird verlängert
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 13.01.2021, Länge: 02:40 Min.]
Regelstudienzeit wird verlängert

"Unumstritten stellt die Pandemie auch die Studierenden aller saarländischen Hochschulen vor große Herausforderungen. Viele haben ihre Nebeneinkünfte verloren, es fehlt das gemeinsame Lernen und der Austausch mit den Kommilitoninnen und Kommilitonen. Die gestiegenen Belastungen drohen sich auch auf die Studienfortschritte auszuwirken", sagen die wissenschaftspolitischen Sprecher Jutta Schmitt-Lang (CDU) und Jürgen Renner (SPD).

Regelstudienzeit soll verlängert werden
Audio [SR 3, Roswitha Böhm, 12.01.2021, Länge: 01:08 Min.]
Regelstudienzeit soll verlängert werden

Es sei wichtig, den von der Pandemie betroffenen Studierenden zu helfen und existenzielle Sorgen zu nehmen. Ihnen soll durch die Krise keine Nachteile im Vergleich mit anderen Jahrgängen entstehen. Die Landesregierung hat inzwischen bestätigt, dass es eine pauschale Regelstudienzeitverlängerung für das derzeitige Wintersemester geben soll. Über das kommende Sommersemester solle zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.

Zwei Drittel der Studierenden von Einschränkungen betroffen

Zuvor hatten die ASten des Saarlandes kritisiert, dass das Saarland als einziges Bundesland die Regelstudienzeit noch nicht verlängert habe. "Unsere hochschulinterne Umfrage hat ergeben, dass zwei Drittel unserer Studierenden Einschränkungen des Studiums durch die Corona-Pandemie erlitten haben und daher gerne länger studieren würden – dies aber aufgrund der derzeitigen gesetzlichen und finanziellen Situation nicht können. Bei über der Hälfte fallen Einkommen teilweise oder ganz weg", klagte der Vorsitzende des AStA der HBKsaar Frederick Ostertag.

Die ASten fordern, dass ein gemeinsamer, studentisch organisierter Hilfsfonds für alle Studierenden des Landes eingerichtet wird. Die Einrichtung dieses Fonds sei ein deutliches Zeichen der Politik in dieser Krise: Die ASten schließen sich zusammen, um die Versorgung aller Studierenden zu gewährleisten.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 12.01.2021.

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