Heiko Maas im Redaktionsgespräch. (Foto: SR/Pasquale d'Angiolillo)

EU muss Eigenverantwortung übernehmen

  24.08.2018 | 16:35 Uhr

Außenminister Heiko Maas (SPD) sieht in der Politik gegenüber der USA keinen grundlegenden Dissens zwischen seinem Ministerium und dem Kanzleramt. Das betonte Maas am Rande eines Redaktionsgesprächs beim SR.

Heiko Maas: "Es hat auch was Beruhigendes, hier zu sein"
Audio [SR 3, Yvonne Schleinhege, 24.08.2018, Länge: 03:00 Min.]
Heiko Maas: "Es hat auch was Beruhigendes, hier zu sein"
Seit März ist der ehemalige saarländische SPD-Chef Heiko Maas Bundesaußenminister. An diesem Wochenende nimmt er sich aber auch Zeit für seine Heimat, das Saarland. Am 24. August war er zum Redaktionsgespräch bei uns, beim Saarländischen Rundfunk.

Es werde zwar untereinander viel diskutiert, am Ende repräsentierten er und die Kanzlerin aber beide die Bundesrepublik. Maas hatte in der vergangenen Woche eine stärkere Emanzipation Europas von den USA gefordert. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte das kurz darauf als Privatmeinung ihres Ministers relativiert.

Einig scheinen sich Merkel und Maas aber darüber zu sein, dass bei der Neuausrichtung des Verhältnisses zu den USA, die EU mehr Eigenverantwortung übernehmen muss. "Amerika ist und bleibe der wichtigste Partner außerhalb der Europäischen Union. Aber in den USA verändere sich gerade vieles. Deshalb müsse man reagieren, nicht nur von Fall zu Fall, sondern strategisch. Wir müssen unabhängiger werden", so Maas.

Mit seiner Strategie, der "Balancierten Partnerschaft", will der Außenminister daher auch eine neue Debatte innerhalb der EU über das Verhältnis mit den USA anstoßen. Die erste Chance dafür komme beim Treffen der EU-Außenminister in der Wiener Hofburg.

Video [aktueller bericht, 24.08.2018, Länge: 3:05 Min.]
Außenminister Maas zu Besuch im Saarland

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 24.08.2018 berichtet.

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