Netzwerkkabel (Foto: dpa-Bildfunk)

Land macht Kommunen Angebot im IT-Bereich

Niklas Resch   17.05.2018 | 12:14 Uhr

Die Landesregierung hat den saarländischen Kommunen finanzielle Hilfen in Aussicht gestellt, wenn sie bei der Digitalisierung stärker zusammenarbeiten. Das geht aus einem Schreiben des Finanzministeriums an den Städte- und Gemeindetag hervor, das dem SR vorliegt. Denkbar ist demnach, dass das Land Baukosten für die Kommunen übernimmt, zum Beispiel für ein neues Rechenzentrum.

Ein gemeinsames Rechenzentrum für Land, Kommunen und  Hochschulen – das ist das Ziel der Landesregierung. Möglicher Standort ist das Gelände der Universität in Saarbrücken. Dort könnten alle Daten zusammenlaufen und die IT-Vorgänge, zum Beispiel bei der Personalabrechnung, vereinheitlicht werden. Bisher gibt es zwar schon Kooperationen zwischen Kommunen, viele arbeiten aber noch mehr oder weniger für sich.

Durch die Vereinheitlichung sollen einerseits Kosten gespart werden. Andererseits sollen Bürger und Wirtschaft mehr von der digitalen Verwaltung profitieren. Geplant ist, dass sie in Zukunft alle Anträge elektronisch erledigen können und nicht mehr aufs Amt müssen.

Ein weiteres wichtiges Vorhaben in der Digitalisierungsstrategie der Landesregierung: eine sichere und besonders schnelle Internetverbindung über Glasfaser. Dieses „Saarland Netz“ ist derzeit in der Ausschreibung und soll alle saarländischen Rathäuser und sonstigen Verwaltungen miteinander verbinden.

Kommunaler Zweckverband als Dienstleister

Das Onlinezugangsgesetz verpflichtet die Verwaltungen von Bund, Ländern und Kommunen, ihre Verwaltungsdienstleistungen innerhalb von fünf Jahren elektronisch anzubieten. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg.

Dabei sieht die Landesregierung den kommunalen Zweckverband für elektronische Verwaltung, eGo-Saar (eGovernment) als wichtigen Partner. Ihn will das Land deswegen stärken. Der eGo sei „der prädestinierte IT-Dienstleister“ für die Städte und Gemeinden, heißt es dazu in dem Schreiben der Landesregierung. Sein Geld soll der Zweckverband zukünftig über den kommunalen Finanzausgleich erhalten und nicht mehr wie bisher direkt von den Kommunen.

Der eGo soll die IT-Vereinheitlichung landesweit koordinieren und dabei das schon vorhandene Fachwissen nutzen. Es gibt im Saarland nämlich schon mehrere Kommunen, die größere Rechenzentren betreiben – vor allem Saarbrücken, Neunkirchen, Völklingen und St. Ingbert. Sie übernehmen auch bereits IT-Aufgaben für andere Kommunen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 17.05.2018 berichtet.

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