Das Logo leuchtet am Morgen auf dem Dach eines Real Supermarktes. (Foto: picture alliance/Oliver Berg/dpa)

Real-Mitarbeiter bangen um ihre Jobs

Mit Informationen von Martin Brinkmann und Karin Mayer   19.02.2020 | 07:56 Uhr

Der Verkauf der Real-Märkte an ein deutsch-russisches Konsortium sorgt bei den Beschäftigten der fünf saarländischen Filialen für Unruhe. Das wurde auch beim Gespräch mit Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) deutlich. Sie sicherte Unterstützung zu.

Die bundesweit 277 Real-Märkte schreiben seit mehr als zehn Jahren rote Zahlen. Der Mutterkonzern Metro plante schon seit Längerem einen Verkauf, um sich auf das Großmarkt-Geschäft konzentrieren zu können. Käufer ist nun ein Konsortium aus dem Immobilieninvestor X+Bricks und der russischen SCP Group. Am späten Dienstagabend teilten Metro und der Finanzinvestor SCP mit, dass sich beide auf eine 100-prozentige Übernahme geeinigt hätten. Demnach soll ein Großteil der Real-Standorte langfristig weiterbetrieben werden, und zwar entweder unter der Marke Real oder durch andere Einzelhändler.

Video [aktueller bericht, 18.02.2020, Länge: 2:50 Min.]
Supermarktkette Real soll verkauft werden

Verdi kritisiert „totale Unsicherheit“

Als Interessenten gelten unter anderem Kaufland, Edeka und Globus. Was mit den fünf saarländischen Märkten in Saarlouis, Bexbach, Homburg, Dudweiler und Saarbrücken geschieht ist völlig unklar. „Für die Standorte an der Saar und ihre Beschäftigten bedeutet das totale Unsicherheit“, so Alex Sauer, Verdi-Gewerkschaftssekretär für den Handel. Es sei unklar, welche Immobilienpakete bei der drohenden Zerschlagung geschnürt werden. „Das ist existentielle Unsicherheit im höchsten Maß“, so Sauer.

Im Saarland hat Real rund 500 Mitarbeiter, deren Zukunft völlig offen ist. Sie sehen im Eigentümerwechsel große Risiken für die einzelnen Standorte. „Wir sind schon in großer Not“, so Claudia Wagner, Betriebsratsvorsitzende bei Real im Saarbrücker Saarbasar. „Wir haben zwar nicht unbedingt Bedenken, dass unser Markt geschlossen wird, aber wir wissen nicht, was passiert. Die Strukturen anderer Einzelhändler passen nicht auf Real. Die haben kaum Nonfood. Wir sind da stark, haben viele Mitarbeiter da.“ Ob der künftige Eigentümer dann diese Mitarbeiter aus dem Bereich Nonfood (Kleidung, Elektronik, Bücher usw.) in die Lebensmittelabteilungen (Food) versetze, sei völlig offen.

Rehlinger bietet Gespräche an

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger sagte bei einem Treffen mit den Mitarbeitern am Dienstagnachmittag in Saarbrücken, es gehe darum, die Arbeitsplätze vor Ort zu sichern. Dem neuen Eigentümer bot sie Gespräche über die Standortsituation und mögliche Lösungen etwa für Verkehrsprobleme an. Als Beispiel für den Standort Saarbrücken nannte Rehlinger eine Verlängerung der Saarbahn bis zum Saarbasar.

Kommende Woche wollen die Betriebsräte der Real-Märkte mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) über die aktuelle Situation sprechen.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 19.02.2020 berichtet.

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