Bahngleise und Oberleitungen (Foto: SR/Sebastian Knöbber)

Reaktivierung von Saar-Bahnstrecken dauert

  07.11.2020 | 08:35 Uhr

Der Grünen-Landeschef Markus Tressel kritisiert den Zeitplan zur beabsichtigten Reaktivierung mehrerer Bahnstrecken im Saarland. Nach Angaben des Verkehrsministeriums müssen die Pläne allerdings erst ausführlich geprüft werden, bevor weitere Schritte eingeleitet werden können.

Der saarländische Bundestagsabgeordnete und Grünen-Landeschef Markus Tessel hat die Landesregierung aufgefordert, die Zeitpläne zur Reaktivierung saarländischer Bahnstrecken zu konkretisieren. Vorausgegangen war dem eine Anfrage des Politikers an das Bundesverkehrsministerium, laut der die saarländische Regierung dort noch keine Fördermittel für das Projekt beantragt hat.

Betroffen sind die Strecken der Rosseltalbahn (Saarbrücken - Großrosseln), der Primstalbahn (Saarlouis - Schmelz) sowie die Strecke Merzig-Losheim. „Das Jahr neigt sich dem Ende, und es gibt immer noch keine signifikanten Fortschritte zur Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecken", so Tressel.

Zuerst Machbarkeitsstudie notwendig

Dass bisher noch keine Förderanträge beim Bund gestellt wurden, hängt laut saarländischem Verkehrsministerium allerdings mit dem Planungsablauf zusammen. Bevor Hilfen beantragt werden könnten, müsse die Reaktivierung zu Ende geplant sein und bereits ein Baurecht bestehen, sagte Jürgen Holz, Referatsleiter für Infrastrukturprojekte des Ministeriums. Üblicherweise dauere das Durchlaufen aller nötigen Planungsschritte fünf bis zehn Jahre.

Der Zeitplan sehe für die nächsten anderthalb bis zwei Jahre eine Machbarkeitsstudie für die Reaktivierung der Bahnstrecken vor. Danach würde entschieden, ob der Nutzen-Kosten-Wert ausreiche, so Holz.

Für die Strecke Homburg-Zweibrücken hatte sich Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke (SPD) im Juli bereits positiv gezeigt und mit einer Aufnahme des Betriebs ab 2025 gerechnet. Bei dieser Strecke verlange der Bund keine weiteren Untersuchungen zur Kosten-Nutzen-Frage.

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