Veranstaltungen abgesagt (Foto: Pixabay)

Gemischte Reaktionen auf Gutscheinlösung

mit Informationen von Karin Mayer   08.04.2020 | 16:53 Uhr

Aufgrund der Corona-Beschränkungen fallen derzeit alle Sport- und Kulturveranstaltungen flach. Um Pleiten in der Branche abzufedern, hat die Bundesregierung eine Gutscheinlösung auf den Weg gebracht. Im Saarland gibt's dafür Lob, aber auch Kritik.

Die Verbraucherzentrale des Saarlandes sieht Gutscheine für ausgefallene Veranstaltungen kritisch. Desiree Fuchs von der Verbraucherzentrale sagte zum Vorschlag des Bundeskabinetts, dass die Verbraucher über die Konsequenzen aufgeklärt werden müssten. Wenn ein Veranstalter in Insolvenz gehe, sei das Geld komplett verloren.

Derzeit seien auch viele Verbraucher in einer finanziell schwierigen Situation. Die Erstattung von Ticketpreisen sollte deshalb individuell vereinbart werden.

IHK plädiert für freiwillige Regelung

Heino Klingen von der Industrie und Handelskammer des Saarlandes betonte, viele Unternehmen könnten die Ticketpreise derzeit nicht erstatten. Es nütze niemandem, wenn die Veranstalter jetzt Pleite gingen. Dennoch sprach er sich für freiwillige Regelungen zwischen Veranstalter und Kunden aus.

Ralf Kirch vom Congress Centrum Saar sagte, die Krise treffe die Veranstaltungsbranche hart. Es sei eine gute Aktion, Gutscheine statt Rückerstattung zu vereinbaren.

Veranstalter dürfen Gutscheine ausstellen

Bisher können Verbraucher ihr Geld zurückverlangen, wenn Veranstaltungen abgesagt werden. Weil wegen der Corona-Ansteckungsgefahr derzeit alle Konzerte, Sport- und Kulturveranstaltungen ausfallen, will die Bundesregierung nun Gutscheine zulassen. Die soll es zum Beispiel geben, wenn man ein Ticket für ein Konzert oder ein Fußballspiel hatte, ebenso auch für Sprach- und Sportkurse, bei Fitnessstudio-Verträgen und Opernabos. Gleiches gilt bei Saisonkarten für Schwimmbad, Freizeitpark oder Museen. Einzige Voraussetzung: Man muss die Tickets vor dem 8. März gekauft haben.

Die Gutscheine sollen bis Ende 2021 gelten. Erst wenn bis dahin keine Ersatzveranstaltungen stattgefunden haben, muss das Geld zurückbezahlt werden.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 08.04.2020.

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