Besucher auf der CeBIT Computermesse (Foto: Pressefoto/Deutsche Messe)

Bedauern und Verständnis für Cebit-Aus

Karin Mayer / Onlinefassung: Thomas Braun   29.11.2018 | 11:11 Uhr

Einst war sie die weltweit größte IT-Messe - nach sinkenden Besucherzahlen wird die Cebit in Hannover nun nach mehr als 30 Jahren eingestellt. IT-Unternehmen und Forscher aus dem Saarland reagierten sehr unterschiedlich auf das Aus.

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) hatte den Messeauftritt im nächsten Jahr bereits geplant. Unternehmenssprecher Reinhard Karger bedauerte deshalb das Ende für die Cebit. Die Messe sei eine ideale Chance für junge Unternehmen. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) sagte, die Cebit sei eine wichtige Bühne für die Informatik-Kompetenz des Saarlandes gewesen. Auch kleine und mittlere Unternehmen hätten auf der Messe die Chance gehabt, von einem internationalen Publikum wahrgenommen zu werden.

Weniger überrascht von dem Aus zeigte sich Sabine Betzholz-Schlüter von der IHK-Tochter Saaris, die den Saarland-Stand auf der Cebit organisierte. Das neue Messekonzept der Cebit sei gescheitert. Für Unternehmen sei ein Auftritt in Hannover damit nicht mehr interessant gewesen. Für Rudi Herterich vom Software- und Beratungshaus DHC Herterich hat das Internet die Cebit unnötig gemacht. Unternehmen könnten heute ohne viel Aufwand mit ihren Kunden Kontakt halten. Messen wie die Cebit würden deshalb nicht mehr gebraucht.

Besucherzahlen deutlich gesunken

Die Veranstalter der Cebit hatten am Mittwoch angekündigt, dass die einst weltweit größte Computermesse schon im kommenden Jahr nicht mehr stattfindet. Grund seien zurückgehende Besucherzahlen. In Spitzenzeiten Anfang des Jahrhunderts kamen rund 800.000 Besucher, zuletzt waren es noch 120.000.

Industrienahe Digitalthemen sollen künftig im Rahmen der Hannover-Messe ihren Platz finden. Für die übrigen Themenfelder sollten spezielle Fachveranstaltungen entwickelt werden, die sich gezielt an einzelne Branchen richten.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 29.11.2018 berichtet.

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