Eine junge Referendarin schreibt an eine Schultafel im Mathematikunterricht einer 8. Klasse (Foto: dpa/Julian Stratenschulte)

Mehr Personal für Schulen gefordert

Christine Alt / Onlinefassung: Anne Staut   15.06.2020 | 10:30 Uhr

Gewerkschaften und Verbände fordern mehr Personal für die geplante Rückkehr zum Regelbetrieb an den Schulen nach den Sommerferien. Kritik gibt es unter anderem an dem Plan, das Abstandsgebot in den Klassenräumen aufzuheben.

"Einen wirklichen Regelbetrieb kann und wird es nicht geben"
Audio [SR 2, Jochen Erdmenger, 15.06.2020, Länge: 04:44 Min.]
"Einen wirklichen Regelbetrieb kann und wird es nicht geben"

Wenn nach den Sommerferien alle Schüler zum Unterricht zurückkehren sollen, fordert die Landesvorsitzende des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands Lisa Brausch, dann müsse der Gesundheitsschutz über allem stehen.

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält mehr Lehrkräfte und multiprofessionelle Teams für die Rückkehr zum Normalbetrieb für unbedingt nötig, und zwar unbefristet. Die vom Ministerium in Aussicht gestellten 100 befristeten Stellen hält Brausch vom SLLV für zu wenig. Sie plädiert ebenfalls dafür, die Lehrer fest ins System zu übernehmen und nicht nur mit befristeten Verträgen. Geplant ist vom Ministerium offenbar nur eine zeitlich befristete Lehrerfeuerwehr.

Mehr Lehrer seien unter anderem auch wichtig, um die Schüler individuell zu unterrichten, so Brausch. Unterschiedliche Voraussetzungen gebe es zwar auch sonst, aber durch die coronabedingten Schulschließungen, werde die Baustelle jetzt größer. Denkbar sei etwa, dass auch zwei Lehrer in einer Klasse unterrichten.  

GEW und SLLV fordern Coronatests an Schulen

Die GEW-Landeschefin Birgit Jenni kritisiert außerdem, dass das Abstandsgebot in Klassenräumen fallen soll und fordert Coronatests an allen Schulen. Auch der SLLV plädiert für die Tests. Diese müssten mindestens zweiwöchig durchgeführt werden, sagte die Landesvorsitzende Brausch im SR-Interview.

Der Verband Reale Bildung im Saarland begrüßt die Rückkehr zum Normalbetrieb in den Schulen ebenfalls. Dafür sei jedoch ein guter Arbeits- und Gesundheitsschutz für die Lehrkräfte und die Schüler eine Grundvoraussetzung.

Die bislang bekannten Pläne seien allerdings ohne Beratung entsprechender Experten wie etwa Lehrern, Schulträgern und ähnlichen entstanden. Es fehle ein Informationsaustausch, bemängelte Karen Claassen vom Verband Reale Bildung.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 13.06.2020 berichtet.

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