Im Transplantationszentrum einer Universitätsklinik entnehmen Mediziner einem Spender ein Organ.  (Foto: picture alliance/Waltraud Grubitzsch/zb/dpa)

Gespaltene Reaktionen zur Organspende-Abstimmung

Steffani Balle / Onlinefassung: Daniel Dresen   16.01.2020 | 17:27 Uhr

Organspender müssen einer Entnahme weiterhin ausdrücklich zustimmen. Das hat der Bundestag am Donnerstag entschieden. Welche Auswirkungen das für die Organspendebereitschaft im Saarland hat, darüber sind sich führende Mediziner uneins.

Der Leiter des Transplantationszentrums in Homburg, Urban Sester, zeigte sich von der Entscheidung enttäuscht. Er und seine Patienten hatten auf die Widerspruchsregelung und damit verbunden auf eine größere Zahl an Spenderorganen gehofft. Die neue Regelung erfordere ein großes Maß an Aufklärung, dafür müsse den Ärzten entsprechend Sprechzeit eingeräumt und auch bezahlt werden.

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Der Transplantationsbeauftragte am Universitätsklinikum des Saarlandes, Ralf Ketter, sieht die neue Regelung als deutliche Verbesserung zur alten Regel an. Für ihn ist es das Wichtigste, dass Organspende jetzt endlich breit diskutiert werde.

Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling (CDU) hatte ebenfalls auf die Widerspruchslösung gesetzt. Jetzt müsse breitest mögliche Aufklärung betrieben werden, damit das Ziel erreicht werden könne, mehr Spenderorgane für die Wartenden der Eurotransplant-Liste zu erzielen.

Mehr zum Thema:

Über dieses Thema hat auch die SR3 Rundschau am 16.01.2020 berichtet.

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