Ein Stempel mit der Aufschrift "Mindestlohn" liegt auf einem Tisch. (Foto: dpa)

Zustimmung für höheren Mindestlohn

Karin Mayer   01.07.2020 | 06:43 Uhr

Der Mindestlohn soll in vier Stufen auf 10,45 Euro steigen. Die Arbeitgeber und der Deutsche Gewerkschaftsbund im Saarland sind mit der Entscheidung der Mindestlohn-Kommission weitgehend zufrieden. Differenzen gibt es trotzdem.

Zustimmung für höheren Mindestlohn
Audio [SR 3, Karin Mayer, 01.07.2020, Länge: 01:00 Min.]
Zustimmung für höheren Mindestlohn

Die Vereinigung Saarländischer Unternehmensverbände spricht von einer Erhöhung mit Augenmaß. Der Anstieg auf zunächst 9,50 Euro im Januar 2021 und 9,60 Euro im Juli 2021 sei moderat und beweise, dass die Sozialpartnerschaft funktioniere.

Kritisch beurteilt die Arbeitgeber-Organisation allerdings den angekündigten Anstieg des Mindestlohns auf 10,45 Euro im Juli 2022. Deutschland stehe vor einer beispiellosen Rezession, deshalb müsse sich der Mindestlohn an realistischen Spielräumen orientieren.

Rasanter Anstieg statt Trippelschritte

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Rheinland-Pfalz Saarland begrüßt dagegen die deutliche Erhöhung des Mindestlohns. Der stellvertretende Vorsitzende Eugen Roth sagte dem SR, von der Mindestlohnerhöhung könnten bundesweit fast zwei Millionen Menschen profitieren.

Alex Sauer von Verdi sieht dagegen nur Trippelschritte beim Mindestlohn. Nötig wäre ein rasanter Anstieg. Das bestätigt Thomas Otto von der Arbeitskammer des Saarlandes. Erst ab einer Untergrenze von 13 Euro werde Altersarmut vermieden. Ziel müsse sein, den Niedriglohnsektor abzuschaffen. 

Steigerung in vier Stufen

Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine kritisiert deshalb die Entscheidung der Mindestlohnkommission und fordert einen armutsfesten Mindestlohn. Die Steuerzahler müssten derzeit Milliarden für Aufstocker-Leistungen ausgeben. 

Die saarländische SPD-Vorsitzende Anke Rehlinger sieht die Anhebung grundsätzlich positiv - die Lohnuntergrenze müsse aber letztlich auf 12 Euro steigen - in schnelleren Schritten als bisher. "Diese Auseinandersetzung wird wohl im Bundestagswahlkampf 2021 zu führen sein", so Rehlinger.

Der Mindestlohn soll in vier Stufen auf 10,45 Euro im Juli 2022 steigen. Im Januar 2021 zunächst auf 9,50 Euro, Juli 2021 auf 9,60 Euro und im Januar 2022 auf 9,80 Euro. 

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 01.07.2020 berichtet.

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