Schatten von Horst Seehofer auf einem Transparent mit den Logos der CDU Landesgruppe im Deutschen Bundestag (Foto: dpa)

Saarländische Abgeordnete kritisieren Seehofer

Christoph Grabenheinrich   02.07.2018 | 08:57 Uhr

Im Asylstreit mit der CDU will CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer noch ein letztes Mal das Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel suchen, um eine Einigung zwischen den Schwesterparteien zu erzielen. Sollte dieser Versuch scheitern, tritt er voraussichtlich von seinen politischen Ämtern zurück. Kritik an Seehofers Verhalten kommt von den Bundestagsabgeordneten aus dem Saarland.

Video [aktueller bericht, 02.07.2018, Länge: 4:28 Min.]
Kritik an Seehofers Verhalten

Es sei ein Possenspiel, sagte der Grüne Markus Tressel. Die Union nehme mit ihrem Streit das ganze Land in Geiselhaft. Die CSU sei völlig von der Rolle und nur auf den eigenen Vorteil im Wahlkampf in Bayern bedacht.

Das große Chaos in der Union zeige, dass es richtig gewesen sei, dass die FDP nicht in die Regierung eingetreten ist, so Parteichef Oliver Luksic. Die Kanzlerin müsse nun die Vertrauensfrage stellen, denn auch mit einem Rücktritt Seehofers seien die inhaltlichen Differenzen ja nicht beendet.

Es gebe deutlich wichtigere Probleme im Land als sich um Herrn Seehofer zu kümmern, findet der Linke Thomas Lutze.

Video [aktueller bericht, 02.07.2018, Länge: 3:34 Min.]
Interview mit Ministerpräsident Tobias Hans (CDU)
Im Interview spricht Joachim Weyand mit Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) über die aktuellen Gespräche in Berlin. CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer möchte noch ein letztes Mal das Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel suchen. Sollte dieser Versuch scheitern, tritt er voraussichtlich von seinen politischen Ämtern zurück.

Seehofer soll einlenken

Audio: Interview mit der saarl. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD)
"Ein Desaster für die Demokratie insgesamt"

Die SPD hält den eigenen Koalitionspartner zunehmend für eine Belastung. Das Verhalten Seehofers sei nicht mehr nachvollziehbar, so der Generalsekretär der Saar-SPD, Christian Petry. Wegen der Eitelkeit einzelner Personen blieben wichtige Themen liegen. Seehofer müsse nun einlenken.

Das hofft auch Saar-CDU-Generalsekretär Markus Uhl. Man werde eine einvernehmliche Lösung finden. Wichtig sei es nun, verbal abzurüsten. Die CSU dürfe nicht zu weit nach oben auf die Bäume klettern, schließlich habe man bei der Asylpolitik gleiche Ziele.

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3-Rundschau vom 02.07.2018 berichtet.

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