Der Auspuff eines Dieselfahrzeuges (Foto: picture alliance/ Hendrik Schmidt/dpa/Zentralbild/dpa)

Dieseltauschprämie nur in bestimmten Städten

mit Informationen von dpa und Karin Mayer   02.10.2018 | 12:48 Uhr

Besitzer älterer Diesel in Regionen mit besonders schmutziger Luft sollen neue Angebote zum Kauf sauberer Wagen und für Motornachrüstungen bekommen. Vorgesehen sind diese beiden Möglichkeiten für 14 "besonders betroffene Städte" und Gebiete, in denen demnächst Fahrverbote kommen könnten. Saarländische Regionen sind nicht darunter.

Für die Autofahrer soll es laut dem Beschlusspapier der Koalitionsspitzen ein Tauschprogramm mit attraktiven Umstiegsprämien oder Rabatten geben. Damit solle der Wertverlust, den Dieselfahrzeuge durch die Debatte um ihren Schadstoffausstoß erlitten haben, ausgeglichen werden. Gekauft werden können Neuwagen und auch Gebrauchte. Eine weitere Möglichkeit sei der Einbau zusätzlicher Abgasreinigungstechnik am Motor bei Euro-5-Dieseln. Dabei erwarte der Bund, dass die Autohersteller die Kosten für die Hardwarenachrüstung und den Einbau übernehmen.

Angeboten werden sollen die beiden Optionen in 14 "besonders betroffenen Städte" mit hohen Grenzwertüberschreitungen bei der Luftbelastung mit Stickstoffdioxid (NO2): München, Stuttgart, Köln, Reutlingen, Düren, Hamburg, Limburg an der Lahn, Düsseldorf, Kiel, Heilbronn, Backnang, Darmstadt, Bochum und Ludwigsburg. Zum anderen geht es um weitere Städte, in denen demnächst Fahrverbote kommen könnten - dies betrifft unter anderem Frankfurt am Main und Aachen.

Dieselaustauschprämien in besonders betroffenen Städten
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 02.10.2018, Länge: 00:30 Min.]
Dieselaustauschprämien in besonders betroffenen Städten

Kritik an möglichen Zusatzkosten

Interview: "Was bisher auf dem Tisch liegt, reicht nicht aus"
Audio [SR 3, Gerd Heger sprach mit Oliver Luksic , 02.10.2018, Länge: 03:41 Min.]
Interview: "Was bisher auf dem Tisch liegt, reicht nicht aus"

Die saarländische Automobilbranche hat auf das neue Dieselpaket positiv reagiert. Das Netzwerk Automotive Saar setzt nach eigenen Angaben darauf, dass das Vertrauen in die Diesel-Technologie wieder gestärkt und der Marktanteil stabilisiert wird.

Martin Nicolay von der Verbraucherzentrale des Saarlandes fordert aber, dass die Autofahrer keine zusätzlichen Kosten tragen müssen. Das sei beispielsweise bei Umtauschprämien der Fall. Dieselnachrüstungen für ältere Fahrzeuge seien eine Lösung, allerdings könne dadurch der Spritverbrauch steigen. Für den Autofahrer könne das auch Zusatzkosten bedeuten.

Im Saarland hängen 22.000 Arbeitsplätze in der Zulieferindustrie am Verbrennungsmotor.


Diesel-Entscheidung
"Die aktuellen Autos sind nicht völlig aus der Diskussion"
Die Große Koalition hat sich im Diesel-Streit geeinigt. Es soll ein Maßnahmenpaket mit Umtauschprämien und Nachrüstungen geben, um Fahrverbote in deutschen Innenstädten zu vermeiden. Im SR 2-Interview begrüßt Martin Nicolay von der Verbraucherzentrale des Saarlandes die Entscheidung und erklärt, dass auch solche Autos von den Maßnahmen betroffen sein könnten, die erst ein Jahr alt sind.

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3-Rundschau vom 02.10.2018 berichtet.

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