Frau beim Shopping (Foto: pixabay/StockSnap)

Saar-Wirtschaft kritisiert 800-Quadratmeter-Regel

mit Informationen von Sarah Sassou   16.04.2020 | 19:17 Uhr

Die saarländischen Wirtschaftsverbände begrüßen, dass durch die Lockerungen der Corona-Beschränkungen kleinere Geschäfte wieder öffnen dürfen. Doch sie üben harsche Kritik daran, dass Läden mit mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche dicht bleiben sollen. Auch das Gastgewerbe im Saarland fühlt sich von der Politik im Stich gelassen.

Der Handelsverband Saar ist der Meinung, dass es nicht von der Fläche eines Ladens abhängen könne, ob er öffnen darf oder nicht. So sehen es auch die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) und die Industrie- und Handelskammer Saarland (IHK). Gerade größere Geschäfte könnten Kunden besser im Laden verteilen.

VSU-Geschäftsführer Jens Colling sagte, es sei nicht nachzuvollziehen, warum ein größeres Geschäft bei einer Eingangskontrolle und Einhaltung der entsprechenden Abstandsregeln ein höheres Ausbreitungsrisiko haben solle, als ein kleines Ladengeschäft mit dichterem Kundenverkehr.

Die Verbände sind sich aber auch einig, dass zumindest die teilweise Öffnung des Einzelhandels ein wichtiger und richtiger Schritt sei. Denn nur durch Konsum könne die Nachfrage wieder erhöht und damit letztlich auch die Produktion wieder angekurbelt werden.

IHK fordert Lösung für Gastronomie

Welche Lockerung geplant sind
Der Corona-Fahrplan im Saarland [16.04.2020]

Die Industrie- und Handelskammer Saar fordert nun, dass auch die Gastronomie rasch folgt. Denn die Betriebe kämen selbst mit den staatlichen Soforthilfen nicht über die Runden. Handle man nicht schnell, folgten zahlreiche Insolvenzen.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband im Saarland (DEHOGA Saarland) spricht von einer "unklaren Situation" für die Gastronomie. Während sich für den Einzelhandel eine Entspannung der strengen Regelungen abzeichne, würde das für Gastronomie und Hotels nicht getan. "Wir haben keinen Fahrplan und damit auch keine Perspektive", so die DEHOGA-Präsidentin Gudrun Pink.

Lockerungen: Kritik am Umgang mit dem Gastgewerbe
Audio [SR 3, Sarah Sassou, 17.04.2020, Länge: 01:10 Min.]
Lockerungen: Kritik am Umgang mit dem Gastgewerbe

Sie verwies darauf, dass sich Hygienemaßnahmen und Abstandsvorschriften in diesem Bereich genauso umsetzen ließen wie im Handel. Das Ansteckungsrisiko sei zudem nicht in allen Betriebstypen gleich hoch. Großveranstaltungen seien anders einzustufen als Restaurants, Hotels oder Cafés.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 16.04.2020 berichtet.

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