Kugelschreiber von den Parteien CDU, SPD, Grüne, Linke, AfD und FDP (Foto: picture alliance / blickwinkel)

"Ergebnis der AfD ist höchst alarmierend"

  01.09.2019 | 19:32 Uhr

Politiker von SPD, CDU und Linken im Saarland zeigten sich erleichtert darüber, dass es der AfD nicht gelungen ist bei den Wahlen in Brandenburg und Sachsen stärkste Kraft zu werden. Dennoch sei das gute Ergebnis der Partei "höchst alarmierend", so Anke Rehlinger.

Tobias Hans (CDU) zu den Wahlergebnissen in Sachsen und Brandenburg
Audio [SR 1, (c) SR, 01.09.2019, Länge: 05:37 Min.]
Tobias Hans (CDU) zu den Wahlergebnissen in Sachsen und Brandenburg

Der saarländische CDU-Vorsitzende und Ministerpräsident Tobias Hans sagte dem SR, durch ihren Einsatz hätten Dietmar Woidke (SPD) und Michael Kretschmer (CDU) die AfD als stärkste Kraft in beiden Bundesländern und damit „das Schlimmste“ verhindert.

Die CDU könne zufrieden sein, dass der sächsische Ministerpräsident Kretschmer (CDU) weiterhin eine Regierung bilden könne. Es sei aber "ohne Frage", dass die Berliner Politik eine Rolle bei den Wahlen gespielt habe. In Berlin müsse man nun "liefern" und den Menschen zeigen, dass man den Willen und die Kraft habe, Deutschland voran zu bringen.

Rehlinger: "Vergleichsweise gutes Ergebnis"

Interview: "Wo man nah an den Menschen dran ist, kann man immer noch am besten überzeugen"
Audio [SR 3, 02.09.2019, Länge: 03:56 Min.]
Interview: "Wo man nah an den Menschen dran ist, kann man immer noch am besten überzeugen"

Die saarländische SPD-Vorsitzende Anke Rehlinger geht davon aus, dass die SPD sowohl in Brandenburg als auch in Sachsen weiter regieren wird. Sie freue sich darüber, dass die AfD in keinem der Länder stärkste Kraft geworden ist. Allerdings sei "das Ergebnis der AfD in beiden Ländern höchst alarmierend". Neben der wohl schwierigen Regierungsbildung werde es die schwerste Aufgabe sein, die Frage zu klären, wie demokratische Kräfte die AfD-Wähler für sich zurückgewinnen können.

Das Ergebnis der SPD in Brandenburg bewertet Rehlinger als "vergleichsweise gut". "Wenn man sieht, dass die SPD vor drei Wochen noch mit 17 Prozent abgeschlagen hinter der AfD lag, ist das heutige Ergebnis beruhigend." Für die SPD in Sachsen sei der Abend hingegen "bitter".

Anke Rehlinger (SPD) zu den Wahlergebnissen in Sachsen und Brandenburg
Audio [SR 1, (c) SR, 01.09.2019, Länge: 04:28 Min.]
Anke Rehlinger (SPD) zu den Wahlergebnissen in Sachsen und Brandenburg

Linke beklagt wachsende Ungleichheit

Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen
AfD in beiden Ländern zweitstärkste Kraft
Bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen bleiben die regierenden Parteien SPD und CDU jeweils trotz teils starken Verlusten stärkste Kraft. Die AfD ist in beiden Ländern zweitstärkste Kraft.

Barbara Spaniol von den Saar-Linken sagte, mitverantwortlich für das Ergebnis sei die wachsende Ungleichheit in Deutschland. "Die Menschen im Osten fühlen sich abgehängt. Da muss man gegensteuern auf Bundesebene und den Menschen Antworten geben."

Josef Dörr von der AfD im Saarland freute sich über das gute Ergebnis seiner Partei. "Wir haben ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Das ist schon allerhand." Allerdings habe man deshalb ein gutes Ergebnis, "weil die Politik in Deutschland schlecht gemacht wird." Und das sei kein Grund zur Freude.

Video:

Video [aktueller bericht, 02.09.2019, Länge: 3:36 Min.]
Saarländische Reaktionen zu den Wahlergebnissen

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht im SR Fernsehen vom 01.09.2019 berichtet.

Artikel mit anderen teilen