Ammar Alkassar (Foto: SR)

Kritik an Nebentätigkeit von Alkassar

  10.08.2018 | 10:58 Uhr

Die Linksfraktion im Landtag und die saarländischen Grünen haben Kritik an der Nebentätigkeit des neuen Innovationsbeauftragten Ammar Alkassar geübt. Die Linke fordert die Aufgabe der Beratertätigkeit, die Grünen wollen zudem mehr Transparenz. Auch der Koalitionspartner SPD hat sich mittlerweile kritisch geäußert.

Der Linken-Abgeordnete Jochen Flackus sagte, Ministerpräsident Tobias Hans müsse dafür zu sorgen, dass der Innovationsbeauftragte Alkassar sich ganz um seine neue Aufgabe kümmert. Deshalb sollte Alkassar seine Beratertätigkeit bei der Firma Statkraft Ventures aufgeben. Er könne nicht unbefangen gleichzeitig für das Land arbeiten und ein privates Unternehmen in einem sehr ähnlichen Bereich beraten.

Flackus sagte weiter, die Saarländer dürften schon erwarten, dass der neue Beauftragte der Landesregierung sein Amt, das immerhin mit über 9200 Euro monatlich vergütet werde, mit ganzer Kraft ausübe und nicht noch parallel anderen Tätigkeiten nachgehe.

Mehr Transparenz bei Nebentätigkeiten

Kritik am neuen Innovationsbeauftragten Alkassar
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 10.08.2018, Länge: 00:47 Min.]
Kritik am neuen Innovationsbeauftragten Alkassar
Die Linksfraktion im Landtag und die saarländischen Grünen haben Kritik an der Nebentätigkeit des neuen Innovationsbeauftragten Ammar Alkassar geübt. Die Linke fordert die Aufgabe der Beratertätigkeit, die Grünen wollen zudem mehr Transparenz. Auch der Koalitionspartner SPD hat sich mittlerweile kritisch geäußert.

Die Grünen im Saarland fordern anlässlich der Personalie Alkassar volle Transparenz und klare Grenzen für die Nebentätigkeiten des Spitzenbeamten. Das bisherige Agieren stütze die These, dass es sich beim Innovationsbeauftragten vor allem um einen Versorgungsposten handele. Hätte die Stelle die Priorität, die die Landesregierung bei ihrer Schaffung angegeben habe, bliebe keine Zeit für offenbar umfangreiche Beratertätigkeiten.

Der Landesvorsitzende Markus Tressel sieht vor allem einen Interessenkonflikt. Ein Spitzenbeamter, der sich auch um die Startup-Szene des Landes kümmern soll, könne nicht auf der anderen Seite Kapitalgeber für Jungunternehmer beraten, so Tressel.

Auch SPD befürwortet Aufgabe von Nebentätigkeit

Der Koalitionspartner SPD sieht die Doppelbeschäftigung von Alkassar ebenfalls kritisch. Niemand könne zwei Herren dienen, meint die parlamentarische Geschäftsführerin Petra Berg. Deshalb müsse der neue Innovationsbeautragte seine ganze Arbeitskraft dem Land zur Verfügung stellen.

weitere Informationen
Diskussion um Alkassars Nebentätigkeit
Eine SR-Recherche hat ans Licht gebracht, dass der neue Bevollmächtigte der Landesregierung für Innovation auch in der freien Wirtschaft tätig ist. IT-Sicherheitsexperte Ammar Alkassar hat quasi zeitgleich zu seinem Start in der Staatskanzlei einen Nebenjob bei einer privaten Firma angefangen, die Geld in aussichtsreiche Start-ups schickt. Weder Staatskanzlei noch Alkassar haben damit ein Problem.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 10.08.2018 berichtet.

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