Der NPD-Parteivorsitzende Frank Franz am 17.01.2017 (Foto: picture alliance / Uwe Anspach/dpa | Uwe Anspach)

Razzia bei NPD-Chef Frank Franz

  01.04.2021 | 09:59 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat am Dienstag private und geschäftliche Räume von NPD-Chef Frank Franz und dessen Ehefrau durchsucht. Sie ermittelt nach Informationen von WDR, NDR und der "Zeit" wegen des Anfangsverdachts der Untreue, Geldwäsche und des Bankrotts.

Der gebürtige Saarländer Frank Franz ist seit 2014 Bundesvorsitzender der rechtsextremen NPD. Zuvor war er jahrelang Landesvorsitzender der NPD im Saarland.

Die Ermittler durchsuchten am Dienstag private und geschäftliche Räume im Saarland, in Hessen und Bremen, darunter die Wohnadressen des NPD-Bundesvorsitzenden und seiner Ehefrau. Sie beschlagnahmten Geschäftsunterlagen und elektronische Datenträger.

Verdächtige Transaktionen in Österreich

Bei den Ermittlungen soll es um verdächtige Finanztransaktionen bei einer inzwischen gelöschten Firma in Österreich gehen, die dem NPD-Bundesvorsitzenden von 2014 bis 2016 gehört hat. Drei weitere Beschuldigte stünden im Verdacht, als Rechnungssteller oder Verantwortliche von Firmen, die mit diesen Geldflüssen zu tun haben, ebenfalls tatbeteiligt zu sein.

Franz weist Vorwürfe zurück

In einer Stellungnahme auf der NPD-Internetseite wies Franz die Vorwürfe zurück. Er betonte, dass bereits 2018 die Staatsanwaltschaft in Salzburg die Ermittlungen eingestellt habe. Zudem sei gegen die Beschlagnahmung der EDV-Geräte Rechtsmittel eingelegt worden. Auf den Geräten seien auch vertrauliche Unterlagen für den Fall eines anstehenden Verbotsverfahren, teilte der NPD-Parteichef mit.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 31.03.2021 berichtet.

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