Die Bergwerksanlagen Itzenplitz in Schiffweiler-Heiligenwald  (Foto: Imago/BeckerBredel)

RAG sieht Fortschritte im Grubenwasserverfahren

Karin Mayer   09.06.2021 | 16:08 Uhr

Ein Jahr ist es her, da wurden in Ensdorf Einwände gegen die Grubenwasserpläne der RAG gehört. Seither beschäftigt sich das Oberbergamt nach eigenen Angaben mit der Auswertung. Dennoch sieht die RAG-Stiftung nun erste Fortschritte im Grubenwasserverfahren im Saarland.

Ein Gutachten des Landes zum Einvernehmen im Wasserrecht liegt vor, hat der Vorsitzende des Vorstandes der RAG-Stiftung Bernd Tönjes mitgeteilt. Zudem habe die RAG ein Konzept zum Monitoring des Grubenwasseranstiegs auf Minus 320 Meter vorgelegt, so Tönjes. Es sehe vor, dass die Folgen des Grubenwasseransteigs auf Wasser, Luft und Boden beobachtet werden.

RAG sieht Fortschritte im Grubenwasserverfahren
Audio [SR 3, (c) SR Karin Mayer, 09.06.2021, Länge: 02:54 Min.]
RAG sieht Fortschritte im Grubenwasserverfahren

Das Gutachten zum Wasserrecht liege bereits seit Frühjahr 2021 vor. Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden der RAG-Stiftung Bernd Tönjes geht die RAG nun davon aus, dass einer Planfeststellung noch vor den Sommerferien nichts im Wege steht. Ob das gelinge, sei offen, das sei aber die Einschätzung der RAG.

Ministerium: laufendes Verfahren

Das Unternehmen stehe in ständigem Kontakt mit der Genehmigungsbehörde, so der Vorstandsvorsitzende der RAG-Stiftung Bend Tönjes auf SR-Anfrage. Beim vorgeschlagenen Monitoring handele es sich um ein komplexes, aber gängiges Verfahren, das die RAG an anderer Stelle auch so genutzt habe.

Das saarländische Umweltministerium spricht auf SR-Anfrage dagegen von einem laufenden Verfahren. Das Oberbergamt des Saarlandes teilt mit, die Behörde sei weiterhin mit er Auswertung des Erörterungstermins und des Anhörungsverfahrens beschäftigt. Das Planfeststellungsverfahren sei in der Durchführungsphase.

Weniger Ewigkeitskosten

Insgesamt 291 Millionen Euro hat die RAG-Stiftung im Jahr 2020 für die Kosten des Nachbergbaus ausgegeben. Davon 38 Millionen Euro im Saarland. 

Das Vermögen der RAG Stiftung ist im vergangenen Jahr auf über 20 Milliarden Euro gestiegen. Dadurch ist laut Bernd Tönjes sichergestellt, dass der Steuerzahler mit den Kosten des Nachbergbaus nicht belastet werde.

Kritik an mangelnder Transparenz

Der Illinger Bürgermeister Armin König (CDU) kritisierte nach der Pressekonferez der RAG-Stiftung mangelnde Transparenz im Grubenwasserverfahren.

Die betroffenen Kommunen und Verbände seien über das Gutachten nicht informiert worden. Das sei ein ungewöhnlicher Vorgang. Sollte das Gutachten schon länger vorliegen, sei das ein "Foul" vonseiten der Behörden. Auch über ein Monitoringkonzept der RAG sei er nicht unterrichtet.

Bergbauende 2012 und Grubenwasserverfahren

Der Bergbau im Saarland wurde bereits 2012 beendet. Seither will die RAG die Pumpen unter Tage teilweise abstellen. In einem ersten Schritt soll das Grubenwasser auf minus 320 Meter ansteigen. Das Antragsverfahren läuft seit 2014. Rund 7000 schriftliche Einwendungen gegen die Pläne der RAG sind eingegangen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 09.06.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja