Schaubild Grubenwasser (Foto: SR)

RAG kritisiert Grubenwasser-Auflagen

mit Informationen von Yvonne Schleinhege   26.08.2021 | 14:03 Uhr

Die RAG hat die Entscheidung der Behörden im Saarland, den Grubenwasseranstieg zu genehmigen, grundsätzlich begrüßt. Allerdings habe man nicht mit so strengen Auflagen gerechnet, sagte der Leiter des zuständigen Unternehmensbereiches, Werner Grigo. Die Gegner der Grubenflutung kündigten bereits Protest an.

Nach der Genehmigung des Grubenwasseranstiegs im Saarland hat sich das Bergbauunternehmen RAG auf einer Pressekonferenz dazu geäußert. Die Entscheidung sei zu begrüßen - man habe sich aber auch manches "mildere Mittel“ vorstellen können, was die Auflagen angeht, hieß es.

Video [aktueller bericht, 26.08.2021, Länge: 2:28 Min.]
Kritik an Grubenwasser-Entscheidung

Rund fünf Jahre Anstieg

Das betreffe beispielsweise die Aufbereitung des Grubenwassers. Hier habe die Landesregierung - aus Sicht des Unternehmens - sehr strenge Parameter vorgegeben. Entsprechend müsse nun die Wasseraufbereitungsanlage in Ensdorf geplant werden, so Werner Grigo. Etwa fünf Jahre könnte es dauern, bis das Grubenwasser auf minus 320 Meter angestiegen ist, schätzt die RAG.

Video [aktueller bericht, 26.08.2021, Länge: 1:43 Min.]
SR-Redakteur Wolfgang Wirtz-Nentwig zu Grubenwasser-Auflagen

Kontrolliert wird der Anstieg durch einem umfangreichen Monitoring- bzw. Überwachungsprozess. Die Ergebnisse will die RAG öffentlich machen und diskutieren - auch mit den Kritikern der Flutung.

Nalbacher Bürgermeister warnt vor Folgen

Peter Lehnert, Bürgermeister Nalbach; Werner Grigo, RAG Leiter Genehmigungsmanagement; Joachim Löchte, RAG Leiter Kommunikation; Christof Beike, RAG Pressesprecher (Foto: Yvonne Schleinhege/SR)
Peter Lehnert (Bürgermeister Nalbach), Werner Grigo (RAG Leiter Genehmigungsmanagement), Joachim Löchte (RAG Leiter Kommunikation), Christof Beike (RAG Pressesprecher)

Am Rande der Pressekonferenz überreichte der Nalbacher Bürgermeister Peter Lehnert (parteilos) den RAG-Verantwortlich eine Flasche mit Grubenwasser und warnte vor den Folgen des Anstiegs.

Er gehe zudem fest davon aus, dass es Klagen gegen die Genehmigung geben wird. Als Vertreter des Landesverbands der Bergbaubetroffenen kündigte er Protestaktionen in den kommenden Wochen an.

Kritik auch von Grünen

Verfahren zu Grubenwasseranstieg - Kritik von der RAG
Audio [SR 3, Studiogespräch: Renate Wanninger/Yvonne Schleinhege, 26.08.2021, Länge: 04:26 Min.]
Verfahren zu Grubenwasseranstieg - Kritik von der RAG

Auch die Saar-Grünen haben die Genehmigung kritisiert. Risiken für Mensch und Umwelt, insbesondere für das Grundwasser, könnten nicht ausgeschlossen werden - dennoch habe die Landesregierung die wirtschaftlichen Interessen der RAG vorangestellt, heißt es in einer Mitteilung der Partei. Das sei verantwortungslos, sagte die stellvertretende Landesvorsitzende Kiymet Göktas.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 26.08.2021 berichtet.

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