Rote Radwegmarkierung in einem innerstädtischen Kreisverkehr (Foto: dpa/picture alliance/Jochen Tack)

Große Resonanz - Mehr als 650 Rückmeldungen

Linda Grotholt / Marc-André Kruppa / Niklas Resch   10.07.2021 | 08:30 Uhr

Der SR-Themenschwerpunkt „Wie fährt das Saarland Rad?“ ist auf große Resonanz gestoßen. Seit Beginn der Aktion am Montag haben sich mehr als 650 Menschen beim SR gemeldet. Oftmals ging es um konkrete Gefahrenstellen oder Radwegelücken.

„Es gibt keinen Radweg zwischen Oberthal und Güdesweiler, und auf der Landstraße ist es mit dem Rad gefährlich.“ „In Mettlach ist die Situation für Radfahrer und Fußgängerinnen in der Ortsdurchfahrt schwierig.“ Oder: „Auf der Strecke zwischen Fechingen und Ensheim wird die Straße neu gebaut, aber offenbar ohne, dass ein Radweg mitgedacht wird.“ Im Laufe der Woche sind viele Reaktionen wie diese beim SR eingegangen, per Mail oder über die Sozialen Medien.

Daraus ist mittlerweile eine saarlandweite Mängel-Liste entstanden, die noch länger auf SR.de verfügbar sein wird. Die meisten Rückmeldungen betrafen Saarbrücken, wo allerdings auch am meisten Menschen leben.

Viel Kritik an Radschutzstreifen

Viele Diskussionen gab es auch über markierte Schutzstreifen am Straßenrand, überwiegend werden sie kritisch gesehen. Radler fühlen sich dort gefährdet, weil Autos nahe an ihnen vorbeifahren. Dagegen beklagen Autofahrer, dass der Verkehr behindert wird, weil nicht genügend Platz ist, um beim Überholen die vorgeschriebenen 1,50 Meter Abstand einzuhalten.

Oftmals wurden auch Radwege bemängelt, die einfach im Nichts aufhören, oder gefährliche Stellen an Kreuzungen. Von Autoseite wurde mehrfach kritisiert, dass Radfahrer auf der Straße fahren und nicht auf den daneben liegenden Radwegen. Das liegt allerdings häufig auch daran, dass diese Wege nicht gepflegt werden und etwa Glasscherben darauf liegen.

Verhärtete Fronten zwischen Auto- und Radfahrern

Was sich auch gezeigt hat: Das Verhältnis zwischen Menschen, die Auto fahren und denen, die Rad fahren, ist vielfach sehr angespannt. Insbesondere auf den Social-Media-Kanälen wurde heiß diskutiert. Viele Radfahrer bezeichnen die Autofahrer als rücksichtslos und gefährlich.

Die Autofahrer dagegen meckern, Radfahrer würden sich nicht an die Straßenverkehrsregeln halten und sich immer als Opfer aufspielen. Die gegenseitige Rücksichtnahme scheint neben den mangelhaften Radwegen eine Hauptbaustelle zu sein.

Berichterstattung des SR über viele Rad-Aspekte

Der SR hatte in dieser Woche auf allen Kanälen über verschiedene Aspekte des Radfahrens berichtet, etwa dass in den letzten Jahren kaum neue Radwege gebaut wurden oder dass die im Koalitionsvertrag angekündigten Radschnellwege noch nicht in Sicht sind. Gleichzeitig hat eine SR-Umfrage unter den Kommunen auch gezeigt, dass sich etwas tut, etwa in Kirkel, wo ein engagierter Radbeauftragter schon für Verbesserungen gesorgt hat.

Oder in Losheim: Dort hat die Kommune die Planung und den Bau von Radwegen vom Landesbetrieb für Straßenbau übernommen. Und auch in der Gemeinde Überherrn, wo die bei der Erstellung des neuen Radkonzepts die Menschen vor Ort durch eine Befragung eingebunden wurden.

Eine weitere Erkenntnis: Auch Land und Bund haben das Thema auf dem Schirm – denn mittlerweile stehen Millionensummen für die Förderung des Radverkehrs zur Verfügung.

Übersichtsseite
Die Fahrrad-Offensive - So fährt das Saarland
Wo sind die schlimmsten Radwege? Was macht ein Fahrradbeauftragter? Wie stehts um den Fahrradverkehr im Saarland? Eine Woche lang hat der SR genau hingeschaut. Die Übersicht.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 10.07.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja