Ein Warnschild weist auf Radioaktivität hin (Foto: dpa/Jens Büttner)

Mediziner warnt vor Gefahr durch Radon

Mirko Tomic/Onlinefassung: Kasia Hummel   28.06.2018 | 13:46 Uhr

Birgt die geplante Grubenflutung wegen des radioaktiven Elements Radon Gefahren für die Anwohner? Das vermutet der Allgemeinmediziner Karl-Michael Müller aus Quierschied und fordert die Einrichtung eines Radon-Katasters.

Studiogespräch: "Die Bevölkerung ist für das Problem nicht sensibilisiert"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Christoph Grabenheinrich/Mirco Tomic, 28.06.2018, Länge: 03:11 Min.]
Studiogespräch: "Die Bevölkerung ist für das Problem nicht sensibilisiert"

Müller sieht eine zusätzliche Gefährdung der Gesundheit durch den geplanten Anstieg des Grubenwassers. Beim Anstieg würde das Gas nach oben gedrückt und durch Spalten und Risse unkontrolliert entweichen können. Mit einem landesweiten Kataster könnten die Austrittsstellen und Mengen des hochgiftigen krebserzeugenden Radongases kartiert werden. In Rheinland-Pfalz und auch in Lothringen seien solche Radon-Kataster längst Standard, im Saarland dagegen würde die Problematik des farb-, geruchs- und geschmacklosen Radon bis heute ignoriert. Müller kritisiert, dass die Bevölkerung nicht umfassend über die Gefahr durch Radon aufgeklärt werde.

Die aktuellsten Messungen stammten aus den 90er Jahren. Das Gas dringt durch Boden und Wände in Häuser und gefährde so die Bewohner. Ein Kataster würde Klarheit und Sicherheit bringen. Müller sieht hier die Landesregierung gefordert.

Video [aktueller bericht, 28.06.2018, Länge: 3:10 Min.]
IGAB informiert über Edelgas Radon

Müller sieht Handlungsbedarf

Der Mediziner stellt in einer Zehnjahres-Übersicht über 7000 Krebserkrankungen in Zusammenhang mit dem Radon-Gasaustritt. Grundlage seiner Beobachtungen sind auch die Daten des saarländischen Krebsregisters. Es bestehe dringender Handlungsbedarf seitens der Politik.

Über dieses Thema wurde auch in der SR3-Rundschau vom 28.06.2018 berichtet.

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