Schild: Psychatrische Institutsambulanz (Foto: picture alliance / Julian Stratenschulte/dpa | Julian Stratenschulte)

Psychiatrische Versorgung im Saarland gut, aber nicht gut genug

Mit Informationen von Janek Böffel   11.08.2022 | 16:01 Uhr

Wie es um die psychiatrische Versorgung im Saarland steht, sollte eine vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegebene Analyse herausfinden. Das Urteil fällt grundsätzlich positiv aus. Das Angebot könnte aber noch optimiert werden, vor allem mit Blick auf die Zukunft.

Die psychiatrische Versorgung im Saarland sei insgesamt gut, allerdings gebe es an einigen Stellen noch Verbesserungsbedarf. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse im Auftrag des Gesundheitsministeriums, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Wie steht es um die psychiatrische Versorgung im Saarland?
Audio [SR 3, Janek Böffel (c) SR, 12.08.2022, Länge: 02:49 Min.]
Wie steht es um die psychiatrische Versorgung im Saarland?

So müssten vor allem Schnittstellen zwischen den verschiedenen Angeboten für psychisch Erkrankte geschaffen werden. Dabei gehe es weniger um den Einsatz großer finanzieller Mitteln, vieles ließe sich auch mit Anpassungen der Struktur in Angriff nehmen.

Zunahme psychischer Erkrankungen erwartet

Während das Saarland dabei in vielen Bereichen ähnliche Problemfelder aufweise wie der Rest des Bundesgebietes, mache sich an anderen Stellen der demografische Wandel bemerkbar. "Gerade im Hinblick auf Ältere muss sich das Saarland besser vorbereiten", so Prof. Dr. Rudolf Schmid, wissenschaftlicher Direktor der Gesellschaft für Forschung und Beratung im Gesundheits- und Sozialbereich.

Aber auch die steigende Zahl an jüngeren Menschen mit Erkrankungen muss laut Schmid, der das Gutachten verantwortet hat, stärker in den Fokus genommen werden. Man müsse sich insbesondere auf eine Zunahme von jungen Erwachsenen, die an Depressionen leiden und aus dem Erwerbsleben ausscheiden, vorbereiten. "Das kann sich ein Land nicht leisten."

Jung verspricht Verbesserungen

Gesundheitsminister Magnus Jung (SPD) kündigte an, die Empfehlungen in Angriff zu nehmen. In vielen Bereichen sei aber auch der Bund gefordert, die bestehenden Systeme besser auszustatten.


Für die Analyse wurden rund 120 Akteure aus dem Bereich der Psychiatrie in einem Zeitraum von über einem Jahr befragt. Ziel des Gutachtens, das noch die alte Landesregierung in Auftrag gegeben hatte, war ein Überblick über die Lage der Psychiatrie im Land.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 11.08.2022 berichtet.

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