Klaus Meiser mit seinem Anwalt Guido Britz  im Verhandlungssaal des Landgerichtes. (Foto: dpa/Oliver Dietze)

Meiser-Prozess unterbrochen

Thomas Gerber   26.02.2019 | 11:14 Uhr

Vor dem Saarbrücker Landgericht hat heute der Untreueprozess gegen Ex-Landtags- und LSVS-Präsident Klaus Meiser begonnen. Er ist Hauptbeschuldigter in einem Verfahren mit insgesamt neun Anklagepunkten.

Nach der eineinhalbstündigen Anklageverlesung wurde die Verhandlung am Vormittag zunächst für ein nicht-öffentliches Rechtsgespräch zwischen allen Prozessbeteiligten unterbrochen. Ziel sei es, so Verteidigung und Staatsanwaltschaft, eine Verständigung und Verkürzung des Verfahrens zu erreichen. Hatte Meiser bisher die einzelnen Anklagepunkte als haltlos zurückgewiesen, setzt er nun auf einen "Deal". Meiser scheint zwischenzeitlich bereit, einen Teil der Vorwürfe einzuräumen. Ob die Staatsanwaltschaft da mitmacht, hängt davon ab, was Meiser bereit ist, zu gestehen und was dann als Strafe rauskäme. Unter einem Jahr scheint derzeit schwerlich vorstellbar.

Kollegengespräch: "Untreue im Amt wird härter bestraft als normale Untreue"
Audio [SR 3, Kollegengespräch: Dorothee Scharner/Thomas Gerber, 26.02.2019, Länge: 04:07 Min.]
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Angeklagt sind nicht nur der Nebenjob von Meisers Lebensgefährtin beim LSVS oder die mutmaßlich ungerechtfertigte Höhergruppierung einer Geschäftsstellenleiterin, sondern zahlreiche Bewirtungen. Vom 70. Geburtstag von Minister Klaus Bouillon bis hin zur Bewirtung der CDU-Oberwürzbach in der Sportschule. Hinzu kommen zahlreiche Restaurantbesuche Meisers - teils mit Verwandtschaft teils mit Prominenz - die Meiser mit der LSVS Kreditkarte bezahlt haben soll.

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