Homburgs Bürgermeister Klaus Roth (CDU) (Foto: imago/Becker&Bredel)

Prozess gegen Ex-Bürgermeister Roth könnte platzen

Thomas Gerber / Onlinefassung: Anne Staut   01.12.2021 | 12:41 Uhr

Der Korruptionsprozess gegen den ehemaligen Homburger Bürgermeister Klaus Roth (CDU) ist ins Stocken geraten und könnte möglicherweise sogar platzen. Sein Verteidiger legte ein Attest vor, wonach Roth bis auf Weiteres nicht verhandlungsfähig sei. Ein Gerichtspsychiater soll das nun prüfen.

Der 58-jährige Klaus Roth (CDU) ist am Mittwochmorgen nicht vor dem Landgericht erschienen. Sein Verteidiger legte ein Attest einer Psychiaterin vor, wonach der frühere Homburger Bürgermeister bis auf Weiteres nicht verhandlungsfähig ist. Er leide unter einer Erkrankung, aufgrund derer er der Verhandlung nicht folgen könne.

Prozess könnte neu aufgerollt werden

Das Gericht beauftragte einen Gerichtspsychiater mit einem Gutachten, um Roths Verhandlungsfähigkeit zu überprüfen. Roths Verteidiger erklärte, sein Mandant sei mit einer entsprechenden Untersuchung einverstanden.

Sollte der Gerichtspsychiater, Roth als nicht verhandlungsfähig einstufen, müsste der Prozess, der Ende September vor dem Landgericht begonnen hatte, beendet und möglicherweise ganz neu aufgerollt werden.

Verfahren gegen Mitangeklagte eingestellt

Roth wird vorgeworfen, seiner ehemaligen IT-Firma 2012 einen Auftrag zur Verkabelung des Homburger Rathauses zugeschanzt zu haben. Von der Auftragssumme sollen rund 27.000 Euro an ihn privat zurückgeflossen sein, ohne dass eine Leistung erbracht worden sei.

Die Verfahren gegen zwei zunächst mitangeklagte Unternehmer wurden zwischenzeitlich gegen Zahlung von Geldauflagen in Höhe von 11.000 beziehungsweise 30.000 Euro eingestellt.

Roth war von 2008 bis 2018 hauptamtlicher Bürgermeister von Homburg. Zuvor war er vier Jahre für die CDU Mitglied des Saarländischen Landtags.

Über dieses Thema hat auch die SR-Fernsehsendung "aktuell 17.00 Uhr" am 01.12.2021 berichtet.

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