Arbeitsgericht (Foto: picture alliance/Roland Weihrauch/dpa)

Teilerfolg für Betriebsrat von Helvetia Packaging

mit Informationen von Lars Ohlinger   19.12.2019 | 20:25 Uhr

Gegen die Firma Helvetia Packaging in Saarlouis laufen vor dem Arbeitsgericht mehrere Klagen über den Umgang mit Mitarbeitern. Der Betriebsratsvorsitzende, der nicht auf seinen früheren Arbeitsplatz darf und seit mehr als einem Jahr keinen Lohn erhält, hat nun Recht zugesprochen bekommen.

Bei Helvetia Packaging wurde im August letzten Jahres zum ersten Mal ein Betriebsrat gewählt. Auslöser soll ein Streit um höhere Löhne und Arbeitszeiten gewesen sein. Seit der Wahl des Betriebsrates habe die Geschäftsführung starken Druck ausgeübt, sagt der Betriebsratsvorsitzende Max Göhlich. „Die gesamte Arbeit des Betriebsrates wird angegriffen. Wir haben drei Mitglieder. Einem Mitarbeiter wurde vermittelt, dass man ihm keine vernünftige Arbeit mehr geben würde. Ein anderer wurde aus einer leitenden Position ins Lager zum Schraubenzählen versetzt. Da gibt es auch einen Rechtsstreit.“

Video [aktueller bericht, 19.12.2019, Länge: 3:37 Min.]
Klagen gegen Helvetia Packaging

Fast 30 Klagen

Insgesamt soll es fast 30 Klagen gegen die Firma geben, die sich vor rund fünf Jahren im Gewerbegebiet Lisdorfer Berg in Saarlouis niederließ und rund 150 Personen beschäftigt. Das Unternehmen produziert Aluminium-Dosen. Wer die genauen Inhaber sind, ist unklar. Angemeldet ist Helvetia Packaging in der Schweiz. Ihr Unternehmensvertreter teilte dem SR schriftlich mit, dass man die Arbeit des Betriebsrates nicht behindern würde und außerdem nur Personen für den Betriebsrat kandidiert hätten, deren Beziehung zum Unternehmen nicht die beste sei.

Trotz des Drucks der Unternehmensführung: Max Göhlich würde sich immer wieder zur Wahl stellen: "Es kann nicht sein, dass wenn man die Firma Helvetia betritt, dass dann die Mitbestimmung aufhört, dass die Leute ohne Wert sind.“ Vor dem Arbeitsgericht siegt diesmal Max Göhlich. Allerdings gibt es die Möglichkeit zur Berufung und bald werden weitere Klagen gegen die Firma verhandelt.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht am 19.12.2019 berichtet.

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