Eine 83-jährige Frau hält verschiedene Euromünzen in den Händen (Foto: dpa)

Protestaktion gegen niedrigen Hartz-IV-Regelsatz

Markus Person   17.10.2020 | 17:05 Uhr

Mit einer Aktion in der Saarbrücker Bahnhofstraße hat die Saarländische Armutskonferenz am Samstagmittag gegen den aus ihrer Sicht völlig unzureichenden Hartz-IV-Regelsatz protestieren. Anlass war der "Welttag zur Beseitigung der Armut".

Würdige Lebensbedingungen seien mit den derzeitigen Hartz-IV-Leistungen nicht möglich - so die Botschaft der Saarländischen Armutskonferenz (SAK). Ein Euro für Bildungsausgaben und 152 Euro für Lebensmittel monatlich seien viel zu wenig, sagt SAK-Geschäftsführer Manfred Klasen. So seien viele der rund 24.000 Leistungsberechtigten im Saarland auf die Lebensmittelausgabe der Tafeln angewiesen. Daneben setzten die stetig steigenden Stromkosten die Betroffenen noch zusätzlich unter Druck.

Video [aktueller bericht am Samstag, 17.10.2020, Länge: 1:56 Min.]
Demo fordert höhere Hartz-IV-Sätze

Hart-IV-Erhöhung reicht nicht aus

Mit der Protestaktion in der Bahnhofstraße will die Saarländische Armutskonferenz genau diesen Menschen Gehör verschaffen und zeigen, dass diesen unter den derzeit geltenden Umständen eine normale Teilhabe am Leben nicht möglich sei. Die Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatz 2021 für Alleinstehende um 14 Euro auf 446 Euro im Monat sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, reiche aber bei weitem nicht aus.

Laut dem Paritätischen Wohlfahrtsverband am Donnerstag galten im Jahr 2018 rund 16 Prozent der Saarländer arm. Das ist mehr als im Bundeschnitt mit 15,5 Prozent.

Über dieses Thema berichtete die SR 3 Rundschau am 17.10.2020.

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