Proteste der Gewerkschaft vor dem Smart-Werk in Hambach (Foto: SR)

Politik und Gewerkschaften gegen Smart-Werksverkauf

Mit Informationen von Lars Ohlinger   08.07.2020 | 20:00 Uhr

Gegen den geplanten Verkauf des Smartwerks in Hambach regt sich Widerstand. Mehrere Politiker haben sich zusammengetan, um den Verkauf doch noch zu verhindern.

Vor den Toren von Smart in Hambach (Département Moselle) protestierten am Mittwoch die französischen Gewerkschaften CGT und FO sowie weitere Arbeitervertreter. Sie sind sauer, dass Daimler den Verkauf des Kleinwagenherstellers angekündigt hatmöglicherweise an die britische Firma Ineos. Vor zwei Jahren wurden größere Umbauten begonnen, Investitionen von 500 Millionen Euro versprochen. Ein neuer Mercedes sollte hier gebaut werden.

Video [aktueller bericht, 08.07.2020, Länge: 2:56 Min.]
Proteste vor dem Smart-Werk in Hambach

Sorgen um die Zukunft

Eine Erklärung für die Kehrtwende haben die Gewerkschafter nicht bekommen. „Wir fordern eine Versammlung mit der Geschäftsführung, um zu erfahren, wo es hingeht“, sagte Jean-Marc-Filippigh von der Gewerkschaft FO. „Denn die Arbeiter haben ja schon bisher auf Vieles verzichtet.“

Im 3000-Einwohner-Ort Hambach ist Erschütterung zu spüren. Bürgermeister Daniel Muller sieht eine Gefahr für die Zukunft. „Es ist eine soziale und ökonomische Katastrophe. Wir haben hier im gemeinsamen Verbund mit Saargemünd viel investiert, auch in die Infrastruktur und in dem Gewerbegebiet Europol, wo Mercedes sitzt. Diese Investitionen werden sich dann nicht wirklich auszahlen.“

3000 Jobs stehen auf dem Spiel

1600 Arbeitsplätze im Werk und weitere 1400 bei Zulieferern hängen von Smart ab. Am Donnerstag soll es eine Gewerkschaftsversammlung geben. Die Gewerkschaften fürchten den Wegfall von Arbeitsplätzen. „Wir werden ein starkes Zeichen setzen“, stellte Thomas de Francesco von der Gewerkschaft CGT klar. „Und wenn wir nach Deutschland gehen müssen, werden wir dies tun, auch nach Stuttgart, Sindelfingen oder Rastatt. Wir werden alles versuchen, und auch Madame Merkel soll wissen, was hier passiert, und wir werden sehen, wie sie sich dazu verhält.“

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ vom 08.07.2020 berichtet.

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