Trainingspuppe für Hebamme (Foto: SR)

Wie Virtual Reality die Hebammen-Ausbildung vereinfachen könnte

Hannah Stumpf / Onlinefassung: Kasia Hummel   22.09.2022 | 19:35 Uhr

Virtual Reality als Innovation der Hebammen-Ausbildung? Das ist das Ziel von Barbara Cattarius. Die Projektidee der Professorin für Angewandte Hebammenwissenschaften an der HTW Saar ist eine von insgesamt 14, die am Donnerstag bei der Veranstaltung "forschungsfoerderung@htw saar" vorgestellt wurde.

Ein smarter Bürostuhl, der sich dem Sitzverhalten anpasst oder ein Virtual Reality-Training für Hebammen - Forschungsprojekte, die noch in den Kinderschuhen stecken und Geld brauchen, um richtig loszulegen.

Insgesamt 14 solche Projektideen wurden am Donnerstag an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW Saar) vorgestellt. Im Publikum saßen Vertreterinnen und Vertreter aus der Wirtschaft sowie der Politik und sollten beurteilen, ob die Ideen etwas taugen.

Video [aktueller bericht, 22.09.2022, Länge: 3:06 Min.]
Ideen für innovative Hebammen-Ausbildung

Projektidee vorgestellt

Auch Barbara Cattarius, Professorin für Angewandte Hebammenwissenschaften an der HTW Saar, hat ihr Projekt vorgestellt: 65.000 Euro Fördergeld hängen davon ab. Mit ihrem Forschungsprojekt will sie ermöglichen, dass Hebammen die Handgriffe bei einer Geburt virtuell üben können.

Seit einem Jahr gibt es den Studiengang Angewandte Hebammenwissenschaften an der HTW Saar. Bevor die Studentinnen bei einer echten Geburt dabei sind, trainieren sie im sogenannten "Skills Lab" an Puppen. Sie simulieren Mutter sowie Kind und sind dabei ziemlich nah an der Realität.

Mit Virtual Reality die Ausbildung vereinfachen

"Wir im Team haben überlegt, dass wir die Fertigkeiten, die unsere Studentinnen hier im Skills Lab erwerben, an einen Ort transportieren, der nicht diese personelle und räumliche Ausstattung hat wie hier“, erklärt Cattarius. Und da komme die VR ins Spiel.

Zusammen mit den Ingenieurswissenschaften wollen sie die Übung virtuell nachstellen, damit zum Beispiel auch ihre Partner-Uni in Namibia so ein Training durchführen könnte. Mit Virtual Reality könnte die Hebammenausbildung weltweit vereinfacht werden. "Es ist tatsächlich durch Studien ausreichend belegt, dass die Mutter-Kind-Gesundheit deutlich verbessert werden kann, wenn die Familien durch hoch ausgebildete Hebammen betreut werden“, so die Professorin.

Entscheidung fällt in vier Wochen

Den Mehrwert der Projektideen und ob sie auch innovativ sowie marktfähig sind, sollen die 150 Zuhörer beurteilen. Sie helfen der HTW zu entscheiden, welche Projekte gefördert werden sollen. Im Publikum sitzen Bäckerinnen, große Automobilzulieferer oder Bürgermeisterinnen - die Forschenden müssen ihre Ideen allen verständlich machen.

Wie ihre Idee angekommen ist und ob sie gefördert wird, erfahren die Hebammenwissenschaftlerinnen erst in vier Wochen. Bis dahin werden die Publikumsstimmen ausgewertet.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht am 22.09.2022 im SR Fernsehen berichtet.

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