Logo Jugendherberge (Foto: dpa/Patrick Seeger)

UKS-Professorin berät Jugendherbergswerk

Daniel Dresen   06.09.2020 | 12:30 Uhr

Bundesweit können seit Ende Mai rund 450 Häuser des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) auf ein gemeinsames Hygienekonzept zurückgreifen. Infektionsepidemiologin Prof. Barbara Gärtner vom Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) hat die Herbergen bei dem Leitfaden zur Eindämmung des Coronavirus beraten.

Sich bei 16 Bundesländern und 14 DJH-Landesverbänden auf ein gemeinsames Hygienekonzept zur Eindämmung des Coronavirus zu einigen, klingt wie die Quadratur des Kreises.

Expertin aus dem Saarland

Doch das DJH hat in Zusammenarbeit mit der Infektionsepidemiologin Prof. Barbara Gärtner vom Universitätsklinikum des Saarlandes zumindest ein bundesweites Grundgerüst geschaffen, an dem sich die einzelnen Landesverbände orientieren können. Bei der Umsetzung vor Ort müssen die bundeslandspezifischen Corona-Regeln noch beachtet werden.

Transparenz für Gäste

Das neue 14-seitige Hygienekonzept unterscheidet sich von den zuvor üblichen Hygienemaßnahmen in den deutschen Jugendherbergen laut DJH unter anderem hinsichtlich der Einrichtung sogenannter Desinfektionspunkte und der Planung von Abstandslinien.

Außerdem mussten die Reinigungsintervalle in den Herbergen angepasst werden. Zum Einsatz kommen virentötende Reiniger. Hinweisschilder müssen im ganzen Haus über Hust- und Niesetikette sowie Hygiene- und Abstandsregeln informieren.

Einschränkungen in Speiseräumen

Die Mitarbeiter sind über den richtigen Umgang mit einer Mund-Nasen-Bedeckung aufgeklärt worden. Mitarbeiter, in der Speisenzubereitung und Zimmerreinigung sind zudem verpflichtet Einmalhandschuhe zu tragen. Rezeptionisten können dies zur Sicherheit auch tun.

In den Speisenräumen sind beispielsweise zur Eindämmung des Virus Kaffeeautomaten, Wasserspender und Teeausgabestellen stillgelegt worden. Auch Salz- und Pfefferstreuer stehen nicht mehr zur Verfügung. Einwegverpackungen mit Salz und Pfeffer können stattdessen vom Personal ausgegeben werden.

Sicherheit gewährleistet

"Das Konzept hat der Verband zuallererst einmal selbstständig aufgestellt, sodass ich es quasi nur noch korrigieren musste. Das Hygienekonzept liegt sehr auf der Seite der Sicherheit", sagt Gärtner. An der einen oder anderen Stelle konnte sie die DJH-Verantwortlichen beruhigen, dass die eine oder andere Maßnahme nicht unbedingt erforderlich sei. "Als Gast in den Jugendherbergen kann man sich absolut sicher fühlen", so die Homburger Professorin.

Hoffnung auf Klassenfahrten

Die Jugendherbergen in Deutschland hoffen nach den Umsatzeinbrüchen in der Corona-Krise wieder auf mehr Klassenfahrten sowie einheitliche Vorgaben. Die Herbergen bräuchten "eine Perspektive durch die Politik, wann bundesweit wieder Klassenfahrten durchgeführt werden können", sagt DJH-Sprecher Justin Blum.

Der Verband rechne mit einem Rückgang bei Umsatz und Übernachtungen von circa 80 bis 90 Prozent für das laufende Jahr. Allein die Schul- und Klassenreisen machten etwa 40 Prozent des Umsatzes der Betriebe aus.

Der Herbst sei normalerweise die Hochzeit der Klassenfahrten, doch weiter geltende Restriktionen in einigen Bundesländern führten dazu, dass viele Häuser nach wie vor auf die jungen Gäste verzichten müssten.

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