ADAC Rallye Deutschland (Foto: Imago/Eibner)

Streit um ADAC-Rennen im Nordsaarland

Nadine Thielen   22.01.2019 | 07:27 Uhr

Noch gut sieben Monate, dann startet die Rallye Deutschland – das größte Sportereignis im Saarland. Der Zeitplan kommt allerdings ziemlich ins Wanken: Das Auftaktrennen steht auf der Kippe. Der Veranstalter ADAC hat Selbach bei Nohfelden rund um das Hofgut Imsbach im Auge. Da will der Besitzer des Hofguts, die Naturlandstiftung, aber offenbar nicht mitmachen.

Kollegengespräch: "Da trifft Nachhaltigkeit auf Motorsport"
Audio [SR 3, Interview: Frank Hofmann, 22.01.2019, Länge: 02:50 Min.]
Kollegengespräch: "Da trifft Nachhaltigkeit auf Motorsport"

Eine Rallye durch den Landschaftspark des Hofguts Imsbach? Das gehe nicht konform mit den Zielen der Naturlandstiftung - nämlich der Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Die Reaktion der Stiftung auf den Streckenvorschlag des ADAC als Veranstalter der Rallye Deutschland: durchwachsen. Zwar will der ADAC die Tour nicht direkt im Landschaftspark starten lassen. Trotzdem müssten gut 60 Rallye-Autos und zur Rallye gehörende Service-Autos auf drei Kilometern über eine öffentliche Straße durch das Gelände der Naturlandstiftung fahren. Der ADAC gerät als Rallye-Veranstalter unter Druck. Die Zeit drängt. Eigentlich soll er den Plan für die gesamte Strecke schon bis spätestens Mitte Februar vorlegen.

Widerstand auch in St. Wendel

Die Problematik soll in noch in dieser Woche abschließend beraten werden. Ohne eine Einigung muß der ADAC Saarland als Rallye-Organisator dem Motorsportweltverband eine neue Streckenführung vorlegen. Diese entspräche dann allerdings nicht mehr den Wünschen der internationalen Vermarkter des Großereignisses.

Auch anderenorts regt sich Widerstand gegen den Motorsport: Im St. Wendeler Stadtteil Hoof hatte der Ortsrat zuletzt in einem einstimmigen Beschluss auf eine Pause des Motorsports im Ort gedrängt. Hier waren allein im vergangenen Jahr drei Rallyes veranstaltet worden. Immerhin das saarländische Innen- und Sportministerium stärkt der Rallye den Rücken: In diesem Jahr gibt es dafür 150.000 Euro, im vergangenen Jahr waren es sogar 250.000.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 22.01.2019 berichtet.

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