Briefzentrum der Deutschen Post in Saarbrücken (Foto: imago/Becker&Bredel)

Post legt Zustellbetrieb zusammen

Axel Wagner / Karin Mayer   19.02.2019 | 13:17 Uhr

Die Deutsche Post will den klassischen Zustellbetrieb mit ihrer Tochtergesellschaft Delivery zusammenlegen. Dort verdienen Angestellte deutlich schlechter. Außerdem soll bei der Verwaltung gespart werden. Von den Veränderungen wird auch der Standort Saarbrücken betroffen sein.

Kollegengespräch: "Die Post will 2020 fünf Milliarden Euro Gewinn schreiben"
Audio [SR 3, Kollegengespräch: Siegfried Lambert/Karin Mayer, 19.02.2019, Länge: 02:28 Min.]
Kollegengespräch: "Die Post will 2020 fünf Milliarden Euro Gewinn schreiben"

Wie viele Stellen im Industriegebiet an der Goldenen Bremm wegfallen, das konnte Tanja Lauer von der Gewerkschaft Verdi im Gespräch mit dem SR noch nicht sagen. Die Gemengelage sei sehr komplex. Ein Sprecher der Deutschen Post bestätigt dem SR, dass die Verwaltungsspitze künftig in Mainz sitzen soll. Darüber seien die Beschäftigten in Saarbrücken Anfang Februar informiert. Ob sie künftig in Mainz arbeiten sollen oder ob nun Stellen eingespart werden, ist noch offen.

In Saarbrücken arbeiten derzeit nach Verdi-Angaben 150 Delivery-Zusteller. Anders als bei DHL erhalten die Mitarbeiter kein 13. Monatsgehalt. Für sie gilt die 40-Stunden-Woche, während bei DHL 38,5 Stunden gearbeitet wird. Insgesamt gehören zum Bereich des Standortes mehr als 2000 Mitarbeiter, wovon ein Teil allerdings in Rheinland-Pfalz stationiert ist.

Hintergrund der Neustrukturierung ist ein groß angelegtes Sparprogramm der Post, mit dem Konzernchef Frank Appel den Gewinn der Brief- und Paketsparte steigern möchte. Gewerkschaften und Konzernbetriebsrat wollen erreichen, dass bei der Zusammenlegung gleicher Lohn für gleiche Arbeit gezahlt wird, konnten sich jedoch bislang nicht durchsetzen. Gegen Ende der Woche soll es auf Bundesebene erneut Verhandlungen geben.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 19.02.2019 berichtet.

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