Ein Wissenschaftler untersucht eine Probe (Foto: SR/Sebastian Knöbber)

Positivrate gestiegen - Labore am Anschlag

Thomas Braun   02.11.2020 | 13:16 Uhr

Die Positivrate bei Coronatests ist im Saarland deutlich gestiegen. Die Labore arbeiten bei der Auswertung der Proben mittlerweile am Anschlag. Es kann mitunter auch mal länger als 48 Stunden dauern, bis ein Testergebnis vorliegt.

Alleine beim Bioscientia-Laborverbund werteten die Mitarbeiter in der vergangenen Woche 15.700 Proben aus dem Saarland aus - so viele, wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Im Vergleich zum Monatsanfang bedeutet das eine Steigerung von 60 Prozent. Im gleichen Zeitraum gab es bei den positiven Testergebnissen einen Anstieg um 700 Prozent.

Die Positivrate - also der Anteil der positiven Tests an allen durchgeführten Tests - stieg von 1,7 Prozent zum Monatsbeginn Oktober auf 8,6 Prozent in der vergangenen Woche.

Mehr Proben, als täglich zu bewältigen sind

Das Labor arbeitet am Anschlag, sowohl die Kapazitäten in St. Ingbert als auch am Ausweichstandort in Ingelheim seien erschöpft, sagte ein der Sprecher Dr. Hendrick Borucki auf SR-Anfrage. "Wir erhalten an allen Standorten derzeit deutlich mehr Proben, als wir am selben Tag bearbeiten können." Deshalb könnten einzelne Befunde auch mal länger als 48 Stunden dauern. Bei Proben mit "erkennbarer medizinischer Indikation" - also zum Beispiel aus einer Klinik oder einer Infektpraxis - würden die Ergebnisse in der Regel aber binnen 24 Stunden vorliegen.

Homburger Virologie auch am Limit

Ebenfalls am Limit ist das Labor der Virologie in Homburg. Dort gebe es bislang zwar in der Regel noch keinen Rückstau bei der Testauswertung, sagte der Leitende Oberarzt Dr. Jürgen Rissland. Aber die Beschäftigten arbeiteten mittlerweile sieben Tage die Woche durch, teilweise in Doppelbesetzung.

In der Virologie werden teilweise auch Pooltests durchgeführt. Das heißt, Proben von mehreren Personen werden in einem Test gemeinsam ausgewertet und nur bei einem positiven Befund weiter aufgeschlüsselt. Dadurch konnten mit 3757 Tests in der vergangenen Woche insgesamt 5537 Personen getestet werden. 289 dieser Personen waren positiv auf Sars-Cov-2. Das bedeutet eine Positivrate von 5,8 Prozent - und damit auch der höchste Stand in den vergangenen Wochen. Luft, um die Probenzahl noch weiter nach oben zu steigern, sieht Rissland nicht mehr.

Deutlicher Probenrückstau bundesweit

Bundesweit melden nach Angaben des RKI immer mehr Labore einen Rückstau. In der Woche vom 19. bis 25. Oktober lag die Zahl der noch nicht abgearbeiteten Proben zu diesem Zeitpunkt bei knapp 70.000.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Sendung "Kiosk" am 03.11.2020 berichtet.

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