Annegret Kramp-Karrenbauer (Foto: picture alliance / Oliver Dietze/dpa)

Annegret Kramp-Karrenbauer im Porträt

Caroline Uhl, KNA / Onlinefassung: Anne Staut   19.02.2018 | 11:46 Uhr

Nach sieben Jahren an der Spitze der saarländischen Landesregierung steht für Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer offenbar ein Wechsel nach Berlin bevor. Die 55-Jährige soll die neue Generalsekretärin der CDU werden. Ein Fingerzeig auf möglicherweise höhere Posten.

Dass die CDU trotz Verlusten bei der Bundestagswahl stärkste Kraft blieb, schreiben viele Christdemokraten unter anderem der Trendwende nach der Saar-Wahl zu. Die Landtagswahl hatte Kramp-Karrenbauer mit ihrer Partei 2017 deutlich mit 40,7 Prozent der Wählerstimmen gewonnen. Die saarländische Regierungschefin wurde damit im Herbst der Ära Merkel zur Hoffnungsträgerin der Christenunion. Nun soll die Merkel-Vertraute als CDU-Generalsekretärin nach Berlin wechseln.

In der saarländischen Landespolitik blickt die dreifache Mutter bereits auf eine erfolgreiche Karriere zurück.

Erste Innenministerin Deutschlands

Studium der Politik- und Rechtswissenschaft, danach, im Jahr 1991, der erste Job, direkt bei der CDU als Grundsatz- und Planungsreferentin. Zu diesem Zeitpunkt saß Kramp-Karrenbauer schon seit mehreren Jahren im Püttlinger Stadtrat. 1998 folgte ein kurzer Ausflug in den Bundestag, bevor sie im September 1999 erstmals ein Landtagsmandat errang. Im Folgejahr holte Peter Müller sie an seinen Kabinettstisch, machte sie zur Innenministerin. Sie war deutschlandweit die erste Frau überhaupt, die ein solches Amt bekleidete. Später wurde Kramp-Karrenbauer Kultusministerin, dann Arbeits- und Sozialministerin.

"Müllers Mädchen" nennt sie heute niemand mehr. Der politische Gegner hatte Annegret Kramp-Karrenbauer einst ebenso gerne wie despektierlich den Beinamen gegeben, als der damalige CDU-Ministerpräsident Müller sie im Jahr 2011 als seine Nachfolgerin auserkor. Als Zögling Müllers sah sich Annegret Kramp-Karrenbauer schon 2011 nicht. Nicht hochziehen lassen, sondern selbst hochgearbeitet hat sich die 55-Jährige in der saarländischen Landespolitik.

Erfolgreiche Finanzverhandlungen

Freundlich, ruhig, aber durchaus bestimmt, so zeigt sich die Püttlingerin in der Öffentlichkeit. Inhaltlich agiert sie eher pragmatisch, weniger ideologisch.

Ihren größten Erfolg in der vergangenen Legislaturperiode erringt sie im Oktober 2016: Bund und Länder einigen sich auf eine Neuordnung ihrer Finanzbeziehungen, für das Saarland stehen am Ende 500 Millionen Euro zusätzlich ab 2020.

Aufreger Homo-Ehe

Auch Aufreger gibt es in der Politiker-Karriere Annegret Kramp-Karrenbauers. In ihre Zeit als Kultusministerin fallen die Kostenexplosion und Mauscheleien beim Vierten Museumspavillon in Saarbrücken. Sie bestreitet, von umstrittenen Honorarerhöhungen und fehlenden Ausschreibungen gewusst zu haben. Ein Untersuchungsausschuss brachte kein rechtes Licht ins Dunkel. Ein Sturm der Entrüstung bricht deutschlandweit über sie herein, als sie sich im Juni 2015 gegen die Homo-Ehe ausspricht und meint, dann könnten auch Forderungen wie "etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen" folgen.

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