Die Polizei patrouilliert am Staden (Foto: SR/Sebastian Knöbber)

Polizei soll Ordnungsämter unterstützen

Janek Böffel   14.10.2020 | 15:04 Uhr

Die Kommunen im Saarland bekommen bei ihren Corona-Kontrollen künftig mehr Unterstützung vom Land. Bis zu 1000 Polizisten sollen laut Innenministerium die Ordnungsämter unterstützen. Außerdem sollen private Sicherheitsfirmen einen Teil der Kontrollen übernehmen.

Polizei soll Ordnungsämter unterstützen
Audio [SR 3, Janek Böffel, 14.10.2020, Länge: 03:09 Min.]
Polizei soll Ordnungsämter unterstützen

Die Zeit der Ermahnungen sei vorbei, kündigt Saarlands Innenminister Klaus Bouillon (CDU) an. Wer künftig ohne Maske erwischt wird, gegen das Abstandsgebot verstößt oder mit zu vielen Menschen feiert, muss mit einem Bußgeld rechnen. Zuletzt war es häufig noch bei Ermahnungen geblieben. Wenn überhaupt kontrolliert wurde - hatten Städte und Gemeinden doch erst am Dienstag über fehlendes Personal geklagt. Die Einhaltung der Corona-Vorgaben zu überwachen, sei so kaum möglich.

Pandemie hat Vorrang

Dass nun mit Unterstützung der Polizei verstärkt kontrolliert werden soll und das Land zudem eine Million Euro für private Sicherheitsfirmen zur Verfügung stellt, begrüßt auch der Städte und Gemeindetag. Um angesichts der ohnehin immer wieder angespannten personellen Situation der Polizei diese Zusatzarbeit leisten zu können, müssten allerdings andere Aufgaben laut Bouillon auch mal hintanstehen, bis hin zu Verkehrskontrollen. Die Bekämpfung der Pandemie habe Vorrang.

GdP fürchtet Überlastung

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisiert den Plan des Innenministeriums dagegen. Die überlasteten Ordnungsämter sollten natürlich nicht mit den Kontrollen alleine gelassen werden. Die Gewerkschaft befürchtet aber, dass die "dünn besetzte" Polizei überlastet werde.

Der GdP-Landesvorsitzende David Maaß sagte, er stelle sich die Frage, wer sich um das tägliche Dienstgeschäft kümmern soll, wenn 1000 Polizistinnen und Polizisten die Kommunen mit den Kontrollen der Corona-Regeln unterstützen.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 14.10.2020 berichtet.

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