Vereinzelte Lebenszeichen auf dem St. Johanner Markt in Saarbrücken (Foto: Sebastian Knöbber/SR)

Polizei zieht positive Wochenend-Bilanz

Mit Informationen von Thomas Gerber   06.04.2020 | 17:54 Uhr

Viel Lob gab es am Wochenende von Polizei und Ordnungsämtern für das Freizeitverhalten der Bundesbürger in Zeiten von Corona. Bundesweit und auch im Saarland wurden die Regeln zur Ausgangsbeschränkung und zum Abstandhalten weitgehend eingehalten.

Hatte es am ersten Coronawochenende trotz des vergleichsweise durchwachsenen Wetters noch Hunderte Verstöße landesweit gegeben, hielten sich die Saarländer am vergangenen Wochenende bei frühlingshaftem Wetter und strahlendem Sonnenschein weitgehend an die Vorgaben. Es gab keine wilden Coronapartys oder Menschenaufläufe wie noch vor einer Woche mit 200 Personen auf Bierbänken am Saarbrücker Staden. Stattdessen herrschte an Ausflugszielen wie Bostalsee, Schaumberg und Cloef teils beschauliche Ruhe. Menschen waren meist nur paarweise oder in der Familie unterwegs.

Video [aktueller bericht am Sonntag, 05.04.2020, Länge: 3:15 Min.]
Lagebericht der Polizei zu Ausgangsbeschränkungen

30 Bußgeldverfahren am Sonntag

Trotzdem es gab einige Unverbesserliche. 30 Verfahren wurden alleine am Sonntag von der Polizei an die jeweiligen Ordnungsämter weitergeleitet - die Coronasünder müssen mit Bußgeldern von mindestens 200 Euro rechnen. Innenminister Klaus Bouillon (CDU) nutzte seine Coronastippvisiten bei den Beamten vor Ort, um die Grenzschließungen auch gegen Kritik aus den eigenen CDU-Reihen zu verteidigen. Täglich müssten noch immer rund 500 Personen, die ohne triftigen Grund einreisen wollten, zurückgewiesen werden. Grenzschutz aber sei in diesen Zeiten Menschenschutz, so Bouillon.

Offene Fragen bei Beschränkungen

Polizei zieht positive Wochenend-Bilanz
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 06.04.2020, Länge: 01:11 Min.]
Polizei zieht positive Wochenend-Bilanz

Die Landeshauptstadt Saarbrücken sieht noch offene Fragen bei der Auslegung der Rechtsverordnung mit den Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie. Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) sagte, bei den umfangreichen Kontrollen am Wochenende habe sich gezeigt, dass es noch Unklarheiten gebe.

Einige Bürger könnten zum Beispiel nicht nachvollziehen, warum sie nicht alleine auf einer Bank sitzen oder auf einer Wiese liegen dürften. An diesen Stellen müsse nachgebessert werden, um die Akzeptanz zu erhalten. Die Stadt werde dafür Kontakt mit der Clearningstelle des Landes aufnehmen.

127 zusätzliche Streifenwagen waren unterwegs

Die Saarbrücker waren meist paarweise unterwegs und es war deutlich zu sehen gewesen, dass die allermeisten bemüht waren, den Zwei-Meter-Abstand einzuhalten. Landesweit hat die Polizei ihre Kontrollfahrten um 127 zusätzliche Streifenwagen verstärkt.

180 Verstöße in Luxemburg

In Luxemburg hat die Polizei des Großherzogtums am Samstag und Sonntag bei insgesamt 260 Kontrollen 180 Verstöße festgestellt. Dabei ging es zumeist um Menschen, die sich unerlaubt mit anderen getroffen haben, zu Hause, auf Campingplätzen oder an anderen Orten. In Bettemburg hatte ein Restaurantbetreiber trotz Verbots sein Lokal geöffnet.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht im SR-Fernsehen am 05.04.2020 berichtet.

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