Standorte Polizeiinspektionen, Polizeireviere und Polizeiposten im Saarland. (Foto: Landespolizeipräsidium Saarland)

Polizei im Saarland neu organisiert

Thomas Gerber   22.10.2018 | 14:04 Uhr

Die Polizei im Saarland ist ab sofort neu organisiert. Die Zahl der rund um die Uhr besetzten Polizeiinspektionen wurde von 19 auf 12 reduziert. Sieben ehemalige B-Inspektionen tragen nun die Bezeichnung "Reviere" und sind nachts nicht mehr besetzt. Veränderungen gibt es auch bei den kleinsten Einheiten, den Polizeiposten.

Landespolizeipräsident Norbert Rupp: "In drei bis fünf Jahren wird die Situation wieder besser"
Audio [SR 3, Interview: Nadine Thielen, 22.10.2018, Länge: 03:23 Min.]
Landespolizeipräsident Norbert Rupp: "In drei bis fünf Jahren wird die Situation wieder besser"
Am 22. Oktober ist die neue Polizeireform im Saarland in Kraft getreten. Statt der bisher 19 sind nun nur noch zwölf Polizeiinspektionen rund um die Uhr besetzt . Und bei 34 der insgesamt 38 Polizeiposten wird es nur noch feste Sprechzeiten geben. Die Menschen vor Ort würden von der Polizeireform zu gut wie nichts merken, ist der Landespolizeipräsident im Saarland Norbert Rupp überzeugt. Was die Reform konkret beinhaltet und wie es in der Zukunft aussehen wird, darüber spricht er im SR 3-Interview.

Grund für die neuerliche Organisationsreform ist der andauernde Personalmangel. Zwar wurden in diesem Jahr knapp 130 Polizeianwärter eingestellt, aber der Personalabbau geht weiter. Nach Berechnungen der Gewerkschaft der Polizei (GdP) fallen bis 2021 weitere 110 der 2600 Stellen weg. GdP-Landeschef Maaß begrüßt die Neuordnung zwar grundsätzlich.

Das Ende des Dorfpolizisten

Die jetzt vollzogene Zentralisierung sei die einzige Möglichkeit, dem Personalmangel Herr zu werden und die Kollegen zu entlasten. Zugleich fürchtet er aber auch, dass Bürgernähe verloren geht. Dies gelte insbesondere für die 38 Polizeiposten. Nur die vier sogenannten "Sonderposten" in Losheim, Perl, Überherrn und Kleinblittersdorf sollen tagsüber besetzt sein. Bei den anderen 34 soll es nur noch feste Sprechzeiten geben. Die Zeiten des Dorfpolizisten seien vorbei, der Kontakt zu den Bürgern gehe zwangsläufig verloren. GdP-Chef Maaß fordert ein Ende der Mangelverwaltung - bis 2030 müssten 500 zusätzliche Stellen her.


Kommentar
"Machen Sie sich endlich ehrlich, Herr Minister"
Sieben der 19 Polizeiinspektionen werden zu Revieren abgestuft, Polizeiposten in den kleineren Kommunen sind nur noch stundenweise besetzt – das ist Kern der Organisationsreform bei der Polizei, die jetzt von der Großen Koalition abgesegnet wurde. Mit alledem reagiert CDU-Innenminister Klaus Bouillon auf akute Personalknappheit bei den Ordnungshütern – zugleich verspricht er aber, gemeinsam mit Polizeipräsident Norbert Rupp zumindest nicht weniger Polizei vor Ort. Dazu ein Kommentar von SR 3-Redakteur Thomas Gerber.

Über dieses Thema haben auch die Hörfunknachrichten vom 22.10.2018 berichtet.

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