Visualisierung: geplante Polizeiinspektion Saarbrücken Mainzer Straße (Foto: Arus GmbH und Wenzel+Wenzel)

Saarbrücker Polizei rückt zusammen

Thomas Gerber / Onlinefassung: Axel Wagner   01.02.2019 | 17:04 Uhr

Organisatorisch gibt es sie bereits – die eine, große Polizeiinspektion Saarbücken. Nun rückt auch die räumliche Zusammenlegung der ehemaligen Inspektionen Brebach, Alt-Saarbrücken und St. Johann/Karcherstraße ein Stück näher. Innenminister Klaus Bouillon (CDU) präsentierte am Freitag Pläne und Einzelheiten für den geplanten Neubau in der Mainzerstraße. Dort soll mit dem Neubau und dem Präsidium nebenan dann ein regelrechtes „Polizeiviertel“ entstehen.

5000 Quadratmeter Nutzfläche verteilt auf drei Stockwerke, 197 Räume, davon knapp 100 Büros, der Rest Vernehmungszimmer, Leitstellen und 10 Gewahrsamszellen, alles hochmodern und digitalisiert - das freut den Polizeipraktiker:

Pläne für Neubau der Saarbrücker Polizei-Großinspektion vorgestellt
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 01.02.2019, Länge: 03:10 Min.]
Pläne für Neubau der Saarbrücker Polizei-Großinspektion vorgestellt

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwartet ein modernes, funktionales Haus. Wir freuen uns“, sagt Inspektionsleiter Udo Schneider. Für ihn und die rund 300 Kollegen der Polizeiinspektion Saarbrücken sind insbesondere die Zustände in der Karcherstraße alles andere als optimal. Das 100 Jahre alte ehemalige Fabrik-Gebäude müsste für acht bis neun Millionen Euro saniert werden. Ein Nebengebäude wurde von einer Bank bereits angemietet. Es gibt ellenlange Wege und, so Schneider, „ein Foyer, in dem sich Festgenommene mit Eltern, Kindern und Anzeigeerstattern begegnen. Sichere Abstellmöglichkeiten für unsere Fahrzeuge haben wir derzeit auch noch nicht. Aber wir erwarten sie mit dem Neubau.“

Der wird allerdings noch auf sich warten lassen – vermutlich in rund drei Jahren soll der Komplex in der Mainzerstraße fertig sein. Dieser Tage beginnen die Rodungsarbeiten, dann müssen alte Gebäude abgerissen und Erschließungsmaßnahmen begonnen werden. „Durch diese Zusammenfassung der drei Inspektionen kriegen wir eine große“, so Innenminister Klaus Bouillon. „Wir haben effektivere Arbeitsabläufe. Es ist eine optimale Situation in Zukunft für die Polizei, aber auch für die Bürger.“

Karcherstraße fällt weg

Diese müssen allerdings dann nach dem Umzug 2022 auf eine polizeiliche Anlaufstelle mitten in der City verzichten, denn die „Karcher“ fällt dann weg. Hier will sich Bouillon an den Kommunal- und Ordnungsdiensten in Neunkirchen ein Beispiel nehmen, möglicherweise eine City-Wache in Kooperation mit der Stadt.

Video [aktueller bericht, 01.02.2019, ab Minute: 15:26.]
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Baulich wurden am Freitag die ersten Entwürfe gezeigt – ein Betongebäude, aber durchaus ansprechend gestaltet. Kritiker unkten, dass es ein Parkhaus und keine Tiefgaragen geben soll. „Das ist nicht unbedingt Standard an jeder Stelle, insbesondere nicht dort, wo der Grundwasserspiegel relativ nah ansteht“, entgegnet der Chef der Oberen Baubehörde, Hans Peter Rupp. Aus diesem Grund habe man sich gegen die dort für eine Tiefgarage erforderliche weiße Wanne entschieden. Zudem sei das Parkhaus optisch keineswegs „Nullachtfuffzehn“ und von außen auch gar nicht einsehbar.

Neue Wache kostet 40 Millionen

Bleibt noch die Sache mit den Kosten: Von 30 Millionen Euro war ganz am Anfang mal die Rede. Jetzt, in Leistungsphase zwei, geht man von 40 Millionen aus. Das Land wird nicht selbst Bauherr sein, sondern die landeseigene Gesellschaft LEG. Die Polizei wird später Mieter. „Wir können die 40 Millionen bei dem Haushaltsvolumen des Landes nicht in einem Jahr stemmen“, so Bouillon. Die so gefundene Lösung sieht er als „gut angelegtes Geld für die Sicherheit“.

Auf Leistungsphase zwei folgt Leistungsphase drei. Erst bei der will Bouillon endgültige Kostenschätzungen vorlegen. Angesichts der aktuellen Baupreise scheint das nachvollziehbar.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 01.02.2019 berichtet.

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