Das Logo der Gewerkschaft der Polizei auf einer Warnweste. (Foto: picture alliance/dpa | Jens Kalaene)

Gewerkschaft der Polizei prüft Strafanzeige

Thomas Gerber / Onlinefassung: Axel Wagner   31.08.2021 | 19:48 Uhr

Im Streit um den Zustand der Räumlichkeiten des Polizeipräsidiums in Lebach und um das Schadstoffgutachten prüft die Gewerkschaft der Polizei nun rechtliche Schritte gegen die Stadt. Dabei geht es um den mit asbesthaltigem Kleber verunreinigten Bodenbelag.

Wegen möglicher Gesundheitsgefährdungen durch nicht fachgerecht durchgeführte Sanierungsarbeiten in der Polizeiinspektion Lebach gewährt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ihren Mitgliedern Rechtsschutz. GdP-Landeschef David Maaß sagte dem SR, dabei werde auch eine Strafanzeige gegen die Stadt wegen Körperverletzung geprüft.

Gewerkschaft der Polizei prüft Strafanzeige
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 01.09.2021, Länge: 00:58 Min.]
Gewerkschaft der Polizei prüft Strafanzeige

Fußböden teilweise abgeschliffen

Hintergrund seien Befürchtungen der Kolleginnen und Kollegen, Anfang des Jahres krebserregenden Asbeststäuben ausgesetzt gewesen zu sein. Während ihrer Dienstzeit seien Fußböden teilweise abgeschliffen worden.

Die Kollegen hätten berichtet, dass sie sich teilweise mit Tüchern vor den Staubwolken geschützt hätten. Gesundheitliche Spätfolgen seien nicht auszuschließen, aber nur schwer nachweisbar.

GdP rät zu medizinischer Überwachung

Deshalb rate die Gewerkschaft den Betroffenen einen Antrag zu stellen, um in ein entsprechendes medizinisches Überwachungsprogramm aufgenommen zu werden. Asbestfasern führten oftmals erst nach Jahren zu lebensbedrohlichen Erkrankungen der Lunge.

Die Stadt hatte die Arbeiten Anfang des Jahres nach einem Wasserschaden durchgeführt. Nach Angaben von Bürgermeister Klauspeter Brill liegen ihr die Ergebnisse eines vom Innenministerium beauftragten Schadstoffgutachtens bis heute nicht vor. In der Expertise war bereits 2019 unter anderem darauf hingewiesen worden, dass in dem Gebäude asbesthaltiger Kleber beim Verlegen des Teppichbodens verwandt worden war.

Ministerium sah „keine Veranlassung“

Baumaßnahmen dürften deshalb nur unter Einhaltung besonderer Arbeitsschutzmaßnahmen durchgeführt werden. Das Innenministerium sah bislang nach eigenen Angaben „keine Veranlassung“, das Gutachten an die Stadt als Vermieter der Polizeiinspektion weiterzugeben.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 31.08.2021 berichtet.

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