Polizei (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Vize-Chef der Polizeihochschule abberufen

Thomas Gerber   24.08.2018 | 14:42 Uhr

In der Affäre um den stellvertretenden Leiter der Göttelborner Polizeihochschule Christof Baltes hat das Innenministerium Konsequenzen gezogen. Nachdem der SR berichtet hatte, dass gegen den 57-jährigen Kriminaldirektor wegen Nötigung ermittelt wird, wurde er nun dort abgezogen.

Studenten hatten seit längerem über unerträgliche Zustände berichtet, die Rede war von einem Klima der Angst und davon, dass ihr Rektor ein mehr als autoritäres Regiment führe. Die Gewerkschaft der Polizei hatte deswegen bereits im Ministerium vorgesprochen.

Bouillon zieht Reißleine

Nun hat Innenminister Klaus Bouillon (CDU) die Reißleine gezogen. Steht Baltes doch nun offiziell im Verdacht, vier Studierende zu sich zitiert und genötigt zu haben, ihm ihre Handys auszuhändigen. Er und ein Dozent sollen den jungen Leuten gar gedroht haben, sie würden zum Polizeiarzt geschickt.

In Abwägung seiner Fürsorgepflicht sowohl für den A-16-Beamten Baltes als auch für die studierenden Polizeianwärter, hat sich das Ministerium nun nach eigenen Angaben für die Studenten entschieden. Baltes fällt allerdings sanft, wechselt, wie es heißt, in eine herausgehobene Funktion zum Landesinstitut für präventives Handeln. Schließlich gelte die Unschuldsvermutung.

Disziplinarverfahren gegen Dozenten

Gegen den Dozenten, der ebenfalls an der mutmaßlichen Nötigung beteiligt gewesen sein soll und gegen den ebenfalls ermittelt wird, läuft nach Angaben des Innnenministeriums ein Disziplinarverfahren. Dies ruhe wie das gegen Baltes für die Zeit der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen. Weitere Maßnahmen gegen den Dozenten habe das Ministerium nicht ergriffen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 24.08.2018 berichtet.

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