Mann mit Plastiktüte (Foto: Imago Images/Raiph Peters)

Regierung beschließt Plastiktütenverbot

  06.11.2019 | 11:59 Uhr

Mit der Plastiktüte an der Supermarktkasse und in anderen Geschäften soll bald Schluss sein. Die Bundesregierung hat am Mittwoch einen entsprechenden Gesetzentwurf von Bundesumweltministerin Svenja Schulze verabschiedet. Die dünnen Tütchen für Obst und Gemüse sollen allerdings weiterhin erlaubt bleiben.

Bei dem Gesetzentwurf geht es um die typischen Tüten, die man im Supermarkt oder anderen Geschäften an Kasse bekommt und die in aller Regel inzwischen etwas kosten. "Plastiktüten sind der Inbegriff von Ressourcenverschwendung: Sie werden aus Rohöl hergestellt und oft nur wenige Minuten genutzt", sagte die SPD-Politikerin in Berlin. Auch sogenannte bio-basierte und bio-abbaubare Tüten sollen verboten werden.

Dünne Tütchen weiter erlaubt

Ausgenommen sind aber die besonders dünnen Tütchen etwa für Obst und Gemüse. Ein Verbot dieser "Hemdchenbeutel" oder "Knotenbeutel" würde nach Angaben des Umweltministeriums zu einer vermehrten Nutzung aufwendigerer Verpackungen führen. Hier wirbt Schulze für eine verstärkte Nutzung von Mehrweg-Taschen aus Kunststoff und Polyester.

Nach dem Kabinettsbeschluss muss der Bundestag sich mit dem Gesetz befassen. Wenn es Bundestag und Bundesrat passiert hat, soll es noch eine rund sechsmonatige Übergangsfrist für die Tüten geben, um Restbestände in den Läden abzubauen.

Schulze hatte ein Verbot von Plastiktüten zunächst nicht geplant, weil es eine Vereinbarung ihres Ministeriums mit großen Teilen des Handels gab, diese nur noch gegen Geld an Kunden auszugeben. Das hat in den vergangen Jahren dazu geführt, dass sehr viel weniger Tüten verbraucht wurden - pro Kopf im Jahr 2018 nur noch rund 20, 2015 waren es noch 68 gewesen. Es sei allerdings nicht zu erwarten, dass der Verbrauch auf der Grundlage dieser Vereinbarung noch signifikant sinken werde.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 06.11.2019 berichtet.

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