Trinkhalme auf Kunststoff (Foto: imago/Jochen Tack)

Keine Plastikhalme mehr bei Rewe und Lidl

Christian Leistenschneider mit Informationen von afp   05.07.2018 | 12:59 Uhr

Die Supermarktketten Rewe und Lidl verkaufen bald keine Plastikhalme mehr. Auch andere Einwegprodukte aus Plastik sollen aus den Sortimenten verschwinden. Zuvor wuchs der politische Druck auf die Unternehmen.

Rewe kündigte am Mittwoch an, bis Ende des Jahres würden die Wegwerfhalme in den rund 6000 Märkten des Unternehmens sowie seiner Töchter Penny und Toom ausgelistet. Lidl und Kaufland, beides Unternehmen der Schwarz-Gruppe, wollen bis Ende 2019 nicht nur Plastikhalme, sondern alle Einwegplastikartikel wie Becher, Teller, Besteck und Wattestäbchen aus den Regalen verbannen. Die Plastikprodukte sollen durch Artikel aus alternativen und wiederverwertbaren Materialien ersetzt werden.

EU will Einwegprodukte aus Plastik verbieten

Rewe und Lidl kommen mit ihren Initiativen gesetzlichen Regelungen zuvor. Die EU-Kommission hatte Ende Mai ihre Strategie gegen Plastikmüll in den Meeren vorgestellt und ein Verbot von Trinkhalmen und Einweggeschirr angekündigt. Die entsprechende EU-Richtlinie muss vom EU-Parlament und vom Europäischen Rat noch angenommen werden. Die Kommission möchte noch vor der Europawahl im Mai 2019 greifbare Ergebnisse präsentieren.

„Der Vorstoß der Kommission bringt die Unternehmen unter Druck“, sagt Rolf Buschmann vom Naturschutzbund BUND. „Leider braucht es meist solch einen Anstoß von außen.“ Produkte wie Plastikhalme hätten vor allem Symbolcharakter. Wichtig sei es, dass die großen Handelsketten ihre Marktmacht nutzen, um das Aufkommen an Einzelverpackungen zu reduzieren, so Buschmann. Deren Entsorgung sei ein großes Problem.

Artikel mit anderen teilen