Outlet-Center in Zweibrücken (Foto: imago / Werner Schmitt)

Homburg gegen Erweiterung von Fashion Outlet Zweibrücken

Sarah Sassou / Onlinefassung: Anne Staut   12.05.2022 | 12:12 Uhr

Das Fashion Outlet in Zweibrücken soll größer werden. Das sehen Pläne des niederländischen Betreibers VIA Outlets vor. Die Stadt Homburg hat angekündigt, gegen die Erweiterung vorzugehen.

Der niederländische Betreiber VIA Outlets will das Fashion Outlet in Zweibrücken vergrößern. Dazu läuft bereits ein Raumordnungsverfahren. Die Shoppingmall soll von 21.000 Quadratmeter auf 30.000 Quadratmeter vergrößert werden.

Video [aktueller bericht, 12.05.2022, Länge: 3:34 Min.]
Diskussion um Erweiterung des Fashion Outlet-Centers in Zweibrücken

Damit wäre Platz für 50 neue Geschäfte mit Luxus- und Premiumartikeln, so plant es der Outlet-Betreiber. 45 bis 50 Millionen Euro sollen dafür investiert werden.

Öffentlichkeit kann Stellung nehmen

Die Struktur- und Genehmigungs-Direktion Süd (SGD) im südlichen Rheinland-Pfalz, bei der der Betreiber seine Pläne eingereicht hat, prüft nun, ob sie die Pläne genehmigen kann. Dazu gehört auch, dass die Öffentlichkeit die Unterlagen einsehen und Stellungnahmen dazu abgeben kann.

Das betrifft etwa 100 Gemeinden, Städte, Behörden, Institutionen und auch Bürgerinnen und Bürger in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Die Frist dafür endet am 30. Juni. 

Homburg will gegen Erweiterung vorgehen

In Homburg schaut man mit gemischten Gefühlen auf das Vorhaben von VIA Outlets. Die Stadtverwaltung hat schon angekündigt, gegen die Erweiterung vorzugehen.

"Wir, die Stadt Homburg, werden alles Notwendige und Machbare tun, um unsere Innenstadt und die Einzelhändler zu schützen", sagte der Bürgermeister und kommissarische Oberbürgermeister Michael Forster. "Wir haben inzwischen das Gutachten, das dem Antrag zur Erweiterung des Outlets zugrunde liegt, überprüfen lassen. So kommt unser Gutachter, auch aufgrund neuerer Daten, zu abweichenden Prognosen.

Eine entsprechende Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren zur Erweiterung des Zweibrücker Fashion Outlets ist in Arbeit, auch haben wir mittlerweile einen Rechtsanwalt eingeschaltet, der die Erfolgsaussichten einer Klage gegen die Erweiterung des Fashion Outlet Centers prüft."

Bessere Werbung notwendig

Der Gewerbeverein in Homburg schaut zwar auch skeptisch auf eine mögliche Erweiterung. Aber man müsse auch mal die Situation in der Homburger Innenstadt betrachten, sagt der Vorsitzende des Gewerbevereins, Marcel Philipp Schmitt, der in der Mittelstadt eine Marketingagentur betreibt.

Deswegen sehe er, dass das Fashion Outlet vieles richtig mache. "Das Werbebudget ist groß, es können viele gute Marketingaktionen stattfinden, um Kunden anzulocken. Es gibt einheitliche Öffnungszeiten." All das gebe es in Homburg nicht.

Die Händler zögen nicht an einem Strang. "Gemeinsam könnten wir mindestens genauso, wenn nicht sogar noch besser, für unsere Läden werben", glaubt Schmitt.

Kunden sehen Änderungsbedarf in Homburg

Dafür müsste allerdings viel passieren, finden zwei junge Homburger, die in der Stadt unterwegs sind. Sie haben sich gerade ein Eis auf die Hand geholt. Geht es jetzt gleich zum Shopping? Die beiden lachen und schütteln den Kopf.

Für die Einkaufsstadt Homburg geben sie die Note "mangelhaft", weil die Auswahl gerade für junge Menschen fehle. Um zum Beispiel Schuhe zu kaufen, würden sie lieber nach Saarbrücken fahren oder ins Fashion Outlet, das mit dem Auto in nur 20 Minuten zu erreichen ist.

Die geplante Erweiterung des Outlets finden sie gut. Derzeit gibt es dort etwa 130 Läden auf rund 21.000 Quadratmetern, nach der Erweiterung sollen 50 Läden, überwiegend aus dem Luxussegment, dazu kommen.

Viel Protest bei erster Erweiterung

Der Kreis Südwestpfalz, in dessen Gebiet das Outlet liegt, begrüßt die Erweiterungspläne. Gegenwind kommt dagegen aus der Stadt Pirmasens und von den dortigen Einzelhändlern. 

Vor zwölf Jahren ist das Zweibrücker Outlet schon einmal vergrößert worden. Auch damals gab es viel Protest aus den umliegenden Einkaufsstädten wie Pirmasens, Zweibrücken und auch aus Homburg.

Online-Handel spielt immer größere Rolle

Ob die Erweiterung aus dem Jahr 2010 tatsächlich dazu geführt hat, dass die Einzelhändler in den Städten immer stärker um ihre Existenz kämpfen müssen, lässt sich nicht eindeutig sagen.

Der Online-Handel spielt eine immer größere Rolle bei den Konsumenten und auch die Corona-Pandemie hat den stationären Handel ausgebremst.

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