Ein Mitarbeiter hält in einem Coronatest-Labor PCR-Teströhrchen in den Händen. (Foto: picture alliance/dpa | Uwe Anspach)

Quarantäneregeln könnten gelockert werden

mit Informationen von Manuela Weichsel   31.03.2022 | 20:25 Uhr

Die Politik will für die Quarantäne bei einer Coronainfektion künftig mehr auf die Eigenverantwortung der Bürger setzen. Das hat Bundesgesundheitsminister Lauterbach vorgeschlagen. Für die Gesundheitsämter wäre das laut Regionalverbandsdirektor Gillo eine enorme Entlastung.

Ab Sonntag fallen im Saarland und in vielen anderen Bundesländern zahlreiche weitere Coronaregeln weg. Und auch für die Quarantäne bei einer Coronainfektion könnten bald lockerere Regeln gelten.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat vorgeschlagen, künftig mehr auf die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger zu setzen. Sie soll dann auf freiwilliger Basis gestaltet werden.

Neue Quarantäneregeln geplant
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 31.03.2022, Länge: 02:46 Min.]
Neue Quarantäneregeln geplant

Ausnahmen für medizinisches Personal

Es soll dann lediglich eine Empfehlung zur Quarantäne von fünf Tagen geben, sowohl für Geimpfte als auch für Ungeimpfte, für Infizierte und Kontaktpersonen. Sie können sich dann nach der freiwilligen Quarantäne auch selbst freitesten.

Ausnahmen sieht der Entwurf hingegen für infiziertes Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegeheimen vor. Für diese Personen soll es eine verpflichtende Quarantäne von fünf Tagen geben, um besonders gefährdete Menschen zu schützen. Freitesten können sie sich dann mittels PCR-Test.

Gillo sieht enorme Entlastung für Gesundheitsämter

Der Vorschlag liegt den Bundesländern vor und wird derzeit auch im Saarland diskutiert. Wie das Ganze im Detail ausgestaltet werden soll, dazu wollte das saarländische Gesundheitsministerium am Donnerstag aber noch keine Stellungnahme abgeben.

Für die Gesundheitsämter wäre der Schritt eine enorme bürokratische Entlastung. "Wir könnten die vielen aufgestauten Überstunden abbauen", sagte Regionalverbandsdirektor Peter Gillo.

Die Gesundheitsämter seien jetzt mit dem Zählen von Fällen beschäftigt und das habe überhaupt keinen Sinn mehr. Deshalb hält er es für richtig, damit aufzuhören, "damit wir uns wieder auf andere wichtige Aufgaben konzentrieren können."

Regelung "nachvollziehbar, aber nicht sinnvoll"

Thorsten Lehr, Professor für Klinische Pharmazie an der Universität des Saarlandes, hält die geplante Regelung auf freiwilliger Basis für nachvollziehbar, aber nicht für sinnvoll. Sie berge das Risiko, dass sich Menschen früher aus der Quarantäne begeben könnten, obwohl sie noch erkrankt seien. Selbstverantwortung sei hier "das A und O".

Wie genau das Konzept zur freiwilligen Quarantäne aussehen soll, wird wohl in den nächsten Tagen entschieden werden.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht am 31.03.2022 im SR Fernsehen berichtet.

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