Eine Schülerin meldet sich in einem Klassenzimmer in einem Gymnasium während des Englischunterrichts. (Foto: Marijan Murat/dpa-Bildfunk)

Schüler schneiden schlechter ab

  03.12.2019 | 14:07 Uhr

Die deutschen Schüler haben sich in der neuen PISA-Bildungsstudie leicht verschlechtert. Gleichzeitig zeigt sich, dass der Bildungserfolg in Deutschland auch vom sozialen Hintergrund der Schüler abhängt. Das Saarland versucht dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

Im Vergleich zur vorherigen Pisa-Studie vor drei Jahren ging die Bewertung sowohl im Lesen als auch in Mathematik und Naturwissenschaften nach unten. Im internationalen Vergleich liegen die deutschen Schüler allerdings über dem Durchschnitt, sie landeten auf Rang 20 von 77.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) zeigte sich enttäuscht. Man könne mit den Ergebnissen der Schüler nicht zufrieden sein. Mittelmaß sei nicht der Anspruch Deutschlands. Besonders bedenklich sei, so Karliczek, dass jeder fünfte 15-Jährige nicht einmal auf Grundschulniveau lesen könne. Bund und Länder seien gemeinsam gefordert, das Bildungssystem weiter zu verbessern.

226 Schulen im Test

Unter den 226 getesteten Schulen waren auch drei saarländische. Wegen der geringen Zahl könne man die Ergebnisse nicht auf das Saarland herunterbrechen, hieß es aus dem Bildungsministerium. Insgesamt zeige sich aber, dass der soziale Hintergrund eine wichtige Rolle beim Bildungserfolg spiele. Die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) sieht deshalb Handlungsbedarf: "Diese soziale Schieflage zu beheben, ist ein deutlicher Handlungsauftrag für Bund und Länder."

Neue Pisa-Studie: Deutsche SchülerInnen nur Durchschnitt
Audio [SR 1, 03.12.2019, Länge: 02:46 Min.]
Neue Pisa-Studie: Deutsche SchülerInnen nur Durchschnitt

Sie verwies auf Anstrengungen des Landes, den Einfluss der sozialen Herkunft zu verringern. So gebe es bereits in Kitas eine Sprach- und Leseförderung. Außerdem setze das Bildungsministerium unter anderem auf das Landesprogramm "Schulen stark machen". Der Einfluss der sozialen Herkunft ist nach Angaben des saarländischen Bildungsministeriums inzwischen in kaum einem anderen Bundesland so gering wie im Saarland.

SLLV: Soziale Schere geht immer weiter auseinander

Die Vorsitzende des saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes, Lisa Brausch, betonte indes, die Schere zwischen leistungsstarken und -schwachen Schülern gehe immer weiter auseinander. Wichtig sei vor allem, das Lesen zu fördern. Davon hänge auch ab, ob die Kinder Inhalte in anderen Fächern verstünden. Zudem müssten Nichtmuttersprachler ab der Kita in der gesamten schulischen Laufbahn von Fachkräften gefördert werden.

An der PISA-Bildungsstudie nahmen insgesamt 600.000 Schüler aus 79 Staaten und Regionen teil. Es ist damit die bislang größte durchgeführte PISA-Studie. Bundesweit wurden 5451 Schüler getestet.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 03.12.2019 berichtet.

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